Die Wiege des Schreckens (1987)

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Originaltitel: It’s Alive 3 – Island Of The Alive
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Daniel Pearl
Musik: Laurie Johnson
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Michael Moriarty, Karen Black, Gerrit Graham, Neal Israel, Macdonald Carey, Art Lund, James Dixon, William Watson, Laurene Landon, Ann Dane
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Mittlerweile wurden immer mehr der Monsterbabys geboren. Sie werden auf einer Insel ausgesetzt, damit sie kein Unheil anrichten können. Steven Jarvis, Vater eines der ältesten Kinder, kämpft dafür, dass die Kinder nicht umgebracht, sondern am Leben gelassen werden. Als nach 5 Jahren eines der Kinder von der Insel geholt werden soll, um untersucht zu werden, werden fast alle Teilnehmer getötet. Die inzwischen erwachsenen, mutierten Kinder können mit dem Expeditionsschiff entkommen und segeln Richtung Vereinigte Staaten.

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Fast zehn Jahre nach dem zweiten Teil der „Wiege“-Trilogie wagte sich Larry Cohen an den abschließenden Teil seiner Geschichte um mutierte Monsterbabys. Und er bescherte der Story meiner Meinung nach ein sehr würdiges Finale, das sich durchaus mit den beiden Vorgängern sehen lassen kann.
Cohen geht einen neuen Weg, in dem er seine Geschichte wiederum, wie schon bei Teil 2, konsequent fortsetzt und Lösungen für die Problematik mit den Monsterbabys darstellt.
Erneut führt uns die Geschichte vor Augen, dass auch anders aussehende menschliche Wesen ihre Lebensberechtigung haben. Die Idee, die Mutierten erst einmal auf einer Insel unterzubringen, um nicht das Leben von unschuldigen Menschen zu gefährden, fand ich sehr gut und alleine dieser Schauplatzwechsel brachte dem letzten Teil der Trilogie einen Hauch Abenteuer ein.

Sehr stimmungsvoll wirkt der neue Schauplatz und verleiht der Handlung eine erfrischende Abwechslung gegenüber seinen beiden Vorgängern und man kommt sofort wieder in die richtige Stimmung. Cohen ist seinem Inszenierungsstil auch glücklicherweise treu geblieben und setzt die Geschichte erneut in leicht trashigen, aber in hohem Maße unterhaltsamen Bildern um. Musik, Schnitt und Regie stimmen, zumindest im Level der kompletten Reihe. Ein echtes Meisterwerk ist auch hier wieder nicht zustande gekommen, aber eine Trashperle, die aus welchen Gründen auch immer sogar Kultstatus erlangte.
Wenngleich die Atmosphäre den ersten beiden Filmen gleicht, geht Cohen einen komplett anderen Weg mit seinem Plot für den dritten Teil. Der Schaupplatzwechsel und die Jahre, die zwischen dem zweiten und dritten Teil vergangen sind, heben „Die Wiege des Schreckens“ irgendwie auf ein anderes Niveau. Der Film wirkt runder und irgendwie leicht professioneller wie seine Vorgänger.

Die Schauspiel-Crew hat gewechselt und verleiht dem Film ebenfalls eine gewisse Art von Frische, die gut tut. Was nicht heißen soll, dass die Schauspieler der ersten beiden Teile schlecht gewesen sind, aber neue Gesichter schaden nun mal auch nicht. Michael Moriarty, mit dem Cohen fünf Jahre zuvor bereits „American Monster“ gedreht hat, wirkt in seiner Rolle sehr überzeugend, ebenso die wunderbare Karen Black, die im Jahr zuvor in Tobe Hoopers „Invasion vom Mars“ glänzte. Das neue Ensemble tut dem Film einfach gut und rundete den Gesamtplot aller drei Teile aus meiner Sicht ab.
Die „Wiege“-Trilogie von Larry Cohen übt einen seltsamen Reiz auf Zuschauer in der ganzen Welt aus und man vermag nicht wirklich verstehen, woran es eigentlich liegt. Vielleicht ist es tatsächlich die Mischung aus purem Horror und sozialkritischen Ansätzen, die sich durch alle drei Filme ziehen. In diesem Zusammenhang denke ich immer an den im Jahr 1979 entstandenen Öko-Horrorfilm „Die Prophezeiung“ von John Frankenheimer, in dem es ebenfalls um mutierte Babys ging und der die Botschaft, mehr auf die Natur zu achten, an seine Zuschauer richtet. Cohens Trilogie und Frankenheimers Thriller sind für mich beides Filme mit Kultstatus und werden wohl in unserer Zeit niemals Konkurrenz bekommen, denn ihre „altmodische“, unnachahmliche Machart ist für die damalige Zeit einfach einzigartig und wird in dieser Form heutzutage leider nicht mehr praktiziert.
Lang leben die Monster-Babys …
Ich vermag wirklich nicht zu sagen, welcher Teil mir am besten gefallen hat, aber der dritte hat es mir schon aufgrund seiner Kulisse unheimlich angetan. 😉

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Fazit: Würdiger Abschluss der „Wiege“-Trilogie mit einem wunderbaren Schauplatzwechsel, der frischen Wind in die Reihe bringt. Horrorthriller mit Kultcharakter!

© 2016  Wolfgang Brunner

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Ein Gedanke zu “Die Wiege des Schreckens (1987)

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