Die Wiege des Satans (1978)

wiege2

Originaltitel: It Lives Again
Regie: Larry Cohen
Drehbuch: Larry Cohen
Kamera: Fenton Hamilton
Musik: Bernard Herrmann
Laufzeit: 91 Minuten
Darsteller: John P. Ryan, Frederic Forrest, Kathleen Lloyd, John Marley, Andrew Duggan, Eddie Constantine
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

*

Und wieder wird eine Familie von einem unheimlichen Monsterbaby heimgesucht, das bereits dem Ehepaar Elenora und Frank Davis beschert wurde. Frank versucht, die Familie zu warnen, stösst aber auf taube Ohren. Erst als es bei der Geburt Komplikationen gibt, müssen die frischgebackenen Eltern feststellen, dass tatsächlich mit ihrem Kind etwas nicht stimmt.

*

Das erfreuliche an  dieser Fortsetzung ist, dass Regisseur Larry Cohen die Story vom ersten Teil nahtlos fortsetzt. Es ist wie eine kleine Rückkehr in die Welt der Monsterbabys und man fühlt sich bereits nach den ersten Minuten wieder in der Geschichte heimelig. Aus heutiger Sicht wirkt die FSK 18-Freigabe verstaubt und lächerlich, denn die Gewaltszenen sind zum einen sehr übersichtlich und zum anderen nicht wirklich erschreckend realistisch gemacht.
Wie schon im ersten Teil lebt der Film von seinen sozialkritischen Anspielungen und einer handwerklich einwandfreien Inszenierung. Bernard Herrmanns eindringlicher Score sorgt ebenfalls wieder für eine schöne Atmosphäre. Was ich persönlich als Steigerung gegenüber dem ersten Teil empfand, war die etwas trashiger wirkende Umsetzung der Handlung. Und ich empfand, dass sich alles ein wenig politischer (eben sozialkritischer) entwickelte.

Schauspielerisch bewegt sich der zweite Teil über die Monsterbabys auf dem gleichen Level wie der erste. Auch die Story, obwohl sie den ersten Teil fortführt, bietet nichts wirklich Neues, was man nicht schon im ersten Teil gesehen hat. Da wäre wirklich mehr drin gewesen, hätte man sich vielleicht mehr Zeit gelassen, um eine Fortführung der Geschichte zu schreiben. Aber nichtsdestotrotz macht auch „Die Wiege des Satans“ ungemein Spaß und dürfte vor allem für Trashpublikum, das ein leicht angehobenes Niveau schätzt, das richtige sein.
Wie im ersten Teil bekommt man die Babys nicht oft zu sehen, kann sich aber durch die wieder sehr geschickt eingesetzte Schnitttechnik in seiner eigenen Fantasie problemlos ein Bild von ihnen machen.

Der Film ist einfach ein Produkt der 70er Jahre und seine teils pseudokritischen Aspekte, die damals bei Filmen in Mode waren, kann er nicht leugnen. Cohen legt bei seiner Fortsetzung einfach mehr drauf, soll heißen, dass es zum Beispiel statt einem Killerbaby nun drei gibt. Auß0erdem fällt der zweite Teil gegenüber dem ersten etwas blutiger aus, was allerdings dem Gedanken an mutierten Killernachwuchs bei weitem nicht mehr so bedrohlich wirken lässt. „Die Wiege des Satans“ setzt mehr auf Effekte als auf psychologischen Horror, wie es beim Original noch der Fall war. Alles in allem hat Larry Cohen aber eine wirklich gelungene Fortsetzung abgeliefert, die alte Fans begeistert und neue Fans hinzugewinnen kann.

Larry Cohens „Wiege“-Filme sind aus heutiger Sicht nichts weiter als „billiger Trash“, aber vielleicht ist es genau das, was diese Filme (und eben auch diesen zweiten Teil) ausmacht. Mit Sicherheit spielt auch ein wenig Nostalgie bei Zuschauern meines Alters (Jahrgang 1964) mit, wenn man sich „Die Wiege des Satans“ anschaut und mit heutigen Filmen vergleicht. Solch einen Flair bekommt man heutzutage einfach nicht mehr zu sehen, oder zumindest ganz, ganz selten. Ich merke, dass ich an Larry Cohens Filmen immer wieder Spaß habe, so auch bei „Die Wiege des Satans“.

*

Fazit: Etwas blutrünstiger als der erste Teil, bewegt sich die Fortsetzung sowohl inszenatorisch als auch schauspielerisch auf gleichem Niveau. Nostalgie-Trash pur!

© 2016 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Die Wiege des Satans (1978)

  1. Pingback: It’s Alive (2008) | Film-Besprechungen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s