The Visit (2015)

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Originaltitel: The Visit
Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan
Kamera: Maryse Alberti
Musik: Paul Cantelon
Laufzeit: 94 Minuten
Darsteller: Olivia DeJonge, Ed Oxenbould, Kathryn Hahn, Deanna Dunagan, Peter McRobbie, Benjamin Kanes
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Die Geschwister Rebecca und Tyler wollen ihrer alleinerziehenden Mutter eine Kreuzreise mit ihrem neuen Freund ermöglich und erklären sich bereit, die gesamte Zet bei ihren Großeltern zu verbringen. Wegen eines Streits mit ihrem Exmann hat die Mutter den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen und die beiden Kinder kennen daher Oma und Opa überhaupt nicht. Schon kurz nachdem sie bei den älteren Herrschaften angekommen sind, bemerken die Kinder, dass sich ihre Großeltern etwas seltsam benehmen. Die Kinder nehmen alle Vorgänge mit einer Videokamera auf und analysieren die seltsamen Vorgänge, bis sie auf ein unheimliches Geheimnis stoßen …

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Ein neuer Film von M. Night Shyamalan? Gespannter wie ich konnte man kaum sein, wenn man Shyamalans Filme von Anfang an mochte und dann zusehen musste, wie er leider eine Stufe nach der anderen auf der Erfolgsleiter nach unten stieg.  War „The Happening“ noch grob erträglich, so endete „Die Legende von Aang“ für mich in einem ziemlichen Desaster. Genauso wie der nachfolgende „After Earth“, der zwar inszenatorisch schon wieder um Längen besser war, aber einfach nicht Shyamalans „Style“ entsprach. Zu kommerziell und uninspiriert waren seine letzten beiden Filme. Nun war ich natürlich neugierig, was der indisch abstammende Regisseur mit seinem neuesten Film, der scheinbar erfreulicherweise wieder weit abseits des Blockbuster-Mainstream angesiedelt war, gezaubert hat.

Tja, was soll ich sagen. Shyamalan hat zumindest wieder zu einer annehmbaren Form zurückgefunden, die an den Regisseur erinnert, der er einst war. „The Visit“ ist nicht weltbewegend, aber doch weitaus bewegender als viele andere Filme diese Art. Shyamalans Handlung merkt man sich wenigstens, das ist schon ein grundlegender Vorteil im Sumpf der Möchtegern-Grusler, die den Markt seit Jahren überschwemmen. Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben, ergo rollen keine Köpfe und glitschen keine Gedärme über den Bildschirm. Shyamalan konzentriert sich fast schon eher auf die Genre Drama bzw. Thriller und sprenkelt seine Geschichte mit Zutaten leisen Gruselhorrors. Das funktioniert auch wirklich absolut gut und hält den Spannungsbogen stets aufrecht. Erfreulicherweise übertreibt Shyamalan das Kamerawackeln in seinem ersten Film im „Found Footage“-Stil nicht, so dass „The Visit“ niemals nervt. Erfrischend sind auch die augenzwinkernden, nicht ernstzunehmenden Humoreinlagen, die das Ganze unheimlich auflockern.

Aber am Ende bringt Shymalan dann wieder eine Wendung ins Spiel, die man von ihm in seinen alten Filmen gewohnt war. Von einer Sekunde auf die andere entwickelt sich die Handlung zu etwas völlig anderem und schlägt eine Richtung ein, mit der man niemals gerechnet hätte. Das ist Shyamalan, wie ich ihn kenne und mag. Sicherlich ist es keine Rückkehr zur alten Form, dazu ist „The Visit“ zu unspektakulär, aber ein Schritt in die richtige Richtung ist dieser kleine Grusler allemal.
Die Darsteller machen ihre Sache gut, vor allem Deanna Dunagan und Peter McRobbie in ihren herrlich schrägen und skurrilen Rollen als Großeltern sind wirklich sehenswert. Aber auch Olivia DeJonge und Ed Oxenbould bringen die Charaktere ihrem Alter entsprechend überzeugend rüber.
Wie gesagt, es ist kein „echter“ Shyamalan, aber auf alle Fälle schon alleine durch seinen Plot sehenswert. Logikfehler, die während des ganzen Films leider immer wieder mal auftauchen, sollte man einfach übersehen, um sich die Atmosphäre des seichten Familiengrusels nicht zu verderben.

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Fazit: Außergewöhnlicher Familienfilm mit Gruseltouch und einer unerwarteten Wendung, die wieder in Richtung der ersten Filme von M. Night Shyamalan geht. Eindeutig sehenswert.

© 2016 Wolfgang Brunner

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