Mad Max: Fury Road (2015)

madmax

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Regie: George Miller
Drehbuch: George Miller, Brendan McCarthy, Nick Lathouris
Kamera: John Seale
Musik: Junkie XL
Laufzeit: 120 Minuten
Darsteller: Tom Hardy Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Zoë Kravitz,Abbey Lee, Courtney Eaton
Genre: Action, Science Fiction
Produktionsland: Australien, USA
Freigabe: ab 16 Jahren

*

In einer postapokalyptischen Welt, in der Wasser knapp ist und jeder an sein eigenes Überleben denkt, durchstreift Max das verwüstete Land, das von einem Warlord beherrscht wird. Frauen werden nur noch als Gebärmaschinen behandelt. Eines Tages flieht die Kriegerin Furiosa mit fünf Frauen aus dem Harem des Warlords und wird natürlich sofort von den Soldaten des Herrschers verfolgt. Max trifft auf die Gruppe von Frauen und schließt sich ihnen an. Eine Verfolgungsjagd durch eine apokalyptische Welt beginnt …

*

Es ist schon ein verdammt komisches Gefühl, wenn eine Filmreihe wieder zum Leben erweckt wird, die mich in meiner Jugend begleitet und begeistert hat. Mad Max ist wieder da! George Millers Endzeit-Apocalypse hat mich damals schwer beeindruckt und besonders der zweite Teil mit seinen wilden Gestalten und brutalen, atemberaubenden Autorennen durch die Wüste hatte es mir angetan.
Nun gut, so war ich bis zum Zerreissen gespannt, was mir „Mad Max: Fury Road“ zu bieten hatte. Es dauerte nicht lange und ich war wieder mittendrin im Mad Max-Feeling der 80er Jahre. Miller ging nur bedingt Kompromisse in seinem neuen Film ein und richtete sein Hauptaugenmerk auf die Stimmung der ersten Filme, wie ich finde. Und das ist schon einer der großen Pluspunkte des neuesten Mad Max-Abenteuers: Ein Film der „alten“ Schule und ein Action-Knaller wie er besser nicht sein könnte.
Sicherlich nutzt Miller die ihm heute gebotenen technischen Möglichkeiten, aber er setzt sie so ein, dass man es kaum merkt, sondern im Großen und Ganzen einfach einen „Handmade“-Film zu sehen bekommt. Und was für einen …

Auch handlungstechnisch knüpft „Mad Max:Fury Road“ an die alten Filme an, denn es gibt im Grunde genommen nicht viel zu erzählen. Wobei ich die Handlung bei „Fury Road“ gar nicht einmal so schlecht finde, wie viele immer wieder betonen, weil sie das Heldenepos dieses Mal eher den Frauen als an den Männern auf den Leib schreibt. Aber um die Handlung geht es bei Millers Rückkehr in die postapokalyptische Welt gar nicht, sie ist vielmehr lediglich das Gerüst für eine Aneinanderreihung der explosivsten, abgedrehtesten und stylisch choreographiertesten Actionszenen seit Langem. Man kommt nicht zum Luftholen, so rasant folgt eine irrwitzige Idee der nächsten, so brachial brechen die Actionszenen über einen herein. Skurrile Gestalten, innovative Fahrzeugcrashs und eine bildgewaltige Inszenierung, die einem den Atem stocken lässt, überfordert den Zuschauer schier, so intensiv werden die Sinne beschäftigt. Miller ist da etwas geglückt, auf das Actionfans lange Zeit gewartet haben.
Die bombastische, wummernde Musik von Junkie XL tut ihr übriges dazu, um „Mad Max:Fury Road“ zu einem modernen Meilenstein des Actionfilms zu machen. Man kann gar nicht genug von dieser Mischung bekommen.

Schauspielerisch kann aufgrund der wortkargen Rollen keine Meisterleistung erwartet werden. Aber die Darsteller geben alles, was man den ihnen zugewiesenen Rollen vermitteln kann. Tom Hardy begeistert mich in jedem Film, so auch in diesem. Und auch wenn er hier nicht zeigen kann, was er schauspielerisch alles so drauf hat, gibt er Mad Max einen einmaligen, coolen Charakter, der mir absolut gefällt. Charlize Theron als Kampf-Amazone wirkte ebenfalls sehr glaubwürdig auf mich. Aber auch die übrigen Schauspieler konnten mich vollkommen überzeugen und es hat wirklich riesigen Spaß gemacht, all diese traurigen, melancholischen, wütenden und verrückten Charaktere dabei zu begleiten, wie sie in einer untergehenden Welt um Anerkennung und ihr Leben kämpften.

George Millers Action-Feuerwerk kommt so gut wie ohne computeranimierten Effekte aus und macht den Film deswegen zu einem erfreulichen Einzelfall in Zeiten von CGI-Blockbustern. Handlung hin oder her – das Endergebnis ist eine Wucht von einem Film, der nachhaltig beeindruckt und süchtig macht. Ich will einfach mehr davon …

*

Fazit: Bombastisch, brachial und bildgewaltig. George Millers Rückkehr in die Welt von Mad Max ist ein gelungener Film über Ängste und Hoffnungen … und ein handmade Action-Feuerwerk allererster Klasse. Zwei Daumen nach oben!

© 2016 Wolfgang Brunner

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s