Nachtschicht (1990)

nachtschicht

Originaltitel: Graveyard Shift
Regie: Ralph S. Singleton
Drehbuch: Joe Esposito
nach einer Kurzgeschichte von Stephen King
Kamera: Beth Cotter
Musik: Brian Banks, Anthony Marinelli
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: David Andrews, Kelly Wolf, Stephen Macht, Andrew Divoff, Vic Polizos, Brad Dourif
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: Unrated

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John nimmt in einem Dorf eine Arbeitsstelle in einer Mühle an. Leiter der Firma ist ein gewisser Warwick, der mit einer unerbittlichen Härte seinen Arbeitnehmern gegenüber auftritt. John übernimmt meistens die  Nachtschicht, wo er schon bald feststellen muss, dass dort Ratten in immer größer werdenden Gruppen auftreten. Als John zufällig einen Zugang zu einem unterirdischen Labyrinth entdeckt, stößt er auf ein riesiges Rattenmonster. Zusammen mit Warwick und seinen Arbeitskollegen versucht John, die Bestie zu stoppen.

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Die Kurzgeschichte vom „Meister des Horrors“ liefert eigentlich nur die Ausgangssituation für diesen Film. Aber das ist man ja von einigen King-Verfilmungen hinreichend gewöhnt („Kinder des Zorns“, „The Mangler“ oder  „Manchmal kommen sie wieder“, um nur einige gravierende Beispiele zu nennen), ansonsten lassen die Drehbuchautoren und Regisseure ihren eigenen Ideen freien Lauf. „Nachtschicht“ hat eine schöne 80er Jahre Atmosphäre, die auch noch durch die nicht hundertprozentige Professionalität einiger Schauspieler unterstrichen wird. Die ersten beiden Drittel sind auch durchaus zu ertragen und vermögen angenehm zu unterhalten, zumal immer wieder wirklich stimmungsvolle Momente zur Geltung kommen.
Aber wirklich reich an Spannung ist „Nachtschicht“ leider nicht, denn zu viel unfreiwillige Komik verstreut sich zwischen den vermeintlichen Spannungsmomenten, die immer wieder ohne Wirkung verpuffen. Der Film wirkt gerade in der zweiten Hälfte plötzlich billig und trashig, was an sich nicht weiter schlimm wäre, wenn sich wenigstens etwas Spannung aufbauen würde und der Zuschauer mit gruseligen Szenen bei Laune gehalten würde.
Aber nichts dergleichen geschieht: Das Monster, das sich im Keller der Spinnerei versteckt, kommt viel zu selten vor, als dass man sich vor ihm gruseln würde.

Schauspielerisch bewegt sich „Nachtschicht“ auf einem eher unteren Niveau. Andrew Divoff kann als einziger wirklich zeigen, dass er schauspielern kann. Alle anderen geraten nach Ende des Films in Vergessenheit, leider auch Brad Dourif, der mit dieser Rolle eher extrem nervt.
Die Sets sind allerdings aus meiner Sicht sehr gut gelungen, die Spinnerei wirkt sehr autenthisch und atmosphärisch. Das kommt dem Film eindeutig zu Gute.
Leider wird aber auch bei der Charakterisierung der Personen kräftig in die Klischeeschublade gegriffen, was an einigen Stellen ziemlich ärgerlich ist. Dadurch schafft es die King-Verfilmung einfach nicht über das Mittelmaß hinauszukommen. Vieles wird richtig und an anderer Stelle sofort wieder zunichte gemacht. Ralph S. Singleton, der den Zuschauern als Regisseur lediglich noch zwei Folgen „Cagney & Lacey“ geliefert hat, gibt sich ohne Zweifel Mühe und fängt auch, wie bereits erwähnt, manchmal sehr stimmungsvolle Bilder ein. Aber im Endergebnis ist seine Arbeit leider unteres Mittelmaß und kann nicht wirklich überzeugen.
Stünde der Name Stephen King nicht auf dem Plakat, wäre „Nachtschicht“ schon längst in Vergessenheit geraten. So aber sieht man als Sammler zu, dass der Film nicht fehlt.

Das Monster kann sich durchaus sehen lassen, wenn man es denn mal sieht, und erweckt an manchen Stellen sicherlich ein Animal-Creature-Feeling. Auch die wenigen Splatterszenen sind gut gemacht, aber leider, wie auch das Monster, zu selten. Man hätte durchaus mehr aus dem Plot machen können. So bleibt nur ein mittelmäßiges Trashvergnügen übrig.

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Fazit: Eher mittelmäßige Verfilmung einer Kurzgeschichte von Stephen King. Animal-Creature mit teils atmosphärischen Bildern, die aber leider immer wieder durch eine klischeebehaftete Handlung kaputtgemacht werden.

© 2016 Wolfgang Brunner

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