Der Pagemaster – Richies fantastische Reise (1994)

pagemaster

Originaltitel: The Pagemaster
Regie: Joe Johnston (Real), Pixote Hunt (Animation)
Drehbuch: David Kirschner, Ernie Contreras, David Casci
Kamera: Alexander Gruszynski
Musik: James Horner
Laufzeit: 76 Minuten
Darsteller: Macaulay Culkin, Mel Harris, Christopher Lloyd
Genre: Fantasy, Abenteuer, Animation, Kinderfilm
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 6 Jahre

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Richie Tyler ist ein ängstlicher Junge. Als er eines Tages auf dem Rad von einem Unwetter überrascht wird, sucht er schnellstmöglich eine sichere Unterkunft und findet sich in der Bibliothek von Mr. Dewey wieder. Als Richie in Ohnmacht fällt, erwacht er in einer Zeichentrickwelt wieder, die ihn durch verschiedene Welten aus Büchern führt. Begleitet wird er dabei von drei sprechenden Büchern, die Abenteuer, Fantasie und Grusel verkörpern.

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Kritiker warfen dem Mix aus Real- und Zeichentrickfilm damals vor, sich nur auf pseudoartige Weise mit dem Thema „Wir bringe ich Kinder zum Lesen?“ auseinanderzusetzen. Das sehe ich anders, denn es werden wirklich viele liebevolle Details in der Handlung versteckt, die einem Kind durchaus den Anreiz verschaffen könnte, einmal zu einem Buch zu greifen.
Die Drehbuchautoren haben wirklich innovative Ideen, die von den beiden Regisseuren genial umgesetzt wurden. Die Realfilmszenen erinnern unweigerlich an Spielberg-Produktionen aus den 80er und 90er-Jahren. Macaulay „Kevin“ Culkin spielt wirklich gut und überzeugend. Man spürt die Begeisterung der in jeder Minute.
Mich hat dieser Film bei seinem Erscheinen völlig in den Bann gezogen und das hat sich auch nach so vielen Jahren nicht geändert.

Hauptaugenmerk wird aber auf den Zeichentrickfilm gelegt, der eine wunderschöne Geschichte erzählt, die nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene zum Träumen einlädt. In wunderbaren Zeichnungen, die nicht zu einfach aber auch nicht perfekt sind, wird eine abenteuerliche Reise durch ein Land voller Geschichten erzählt, die man aus bekannten Büchern kennt. Alleine die Idee, die Weggefährten des Jungen in Form von Büchern darzustellen, ist es wert, sich diesen Film anzusehen. Abenteuer, Grusel und Fantasie heißen die drei Bücher, die Richie auf seiner Reise begleiten und für manch einen Lacher sorgen. Ich finde diese Charaktere einfach nur gut, wie sie miteinander umgehen und ihren Namen alle Ehre machen.
„Der Pagemaster“ ist farbenfroh und absolut kurzweilig. Kinder dürften ihre helle Freude an den Abenteuern haben, in denen der Junge sich all seinen Ängsten stellen muss. Schön animiert und mit einem beeindruckenden Ideenreichtum vermag „Der Pagemaster“ einfach nur gut zu unterhalten. Und das, wie gesagt, trifft nicht nur auf Kinder zu. Schade, dass es solche Filme heutzutage nicht mehr gibt.

Unbedingt erwähnt werden muss auch die hervorragende Musik von James Horner, die grandios passt und die Szenen hervorragend untermalt. Sein mitreissender Abenteuerscore kann definitiv auch ohne Filmbilder bestehen. Die typischen Horner-Passagen wechseln sich mit flotten Einlagen ab, die das Können des Komponisten zeigen.

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Fazit: Liebevoll gezeichnetes Abenteuer, dessen Rahmenhandlung aus einem Realfilm besteht. Für mich ein Schatz aus den 90er Jahren, den ich mir immer wieder gerne ansehe.

© 2016 Wolfgang Brunner

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