The Pyramid – Grab des Grauens (2014)

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Originaltitel: The Pyramid
Regie: Grégory Levasseur
Drehbuch: Daniel Meersand, Nick Simon
Kamera: Laurent Tangy
Musik: Nima Fakhrara
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Ashley Hinshaw, Denis O’Hare, James Buckley, Christa Nicola, Amir K, Faycal Attougui, Philip Shelley
Genre: Horror, Abenteuer
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Eine Gruppe Archäologen entdeckt eine tief vergrabene uralte Pyramide.  Das Kamerateam der Reporterin Sunni steigt mit den Wissenschaftlern in die Pyramide ein. Es dauert nicht lange und die Gruppe hat sich hoffnungslos in den endlosen Labyrinthen verirrt. Während sie verzweifelt  nach einem Ausgang suchen, bemerken sie, dass in der Dunkelheit etwas Fremdes und Tödliches lauert …

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Alleine schon die Kulisse ist einen Blick auf diesen Film wert, vorausgesetzt man interessiert sich für Ägypten und Pyramiden. Ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Horrorfilm heran, denn zuviel Müll wird einem in den letzten Jahren serviert. „The Pyramid“ wird als Found Footage-Film bezeichnet, obwohl er es im Grunde genommen eigentlich gar nicht ist. Sicherlich kommen einige Wackelbilder darin vor, aber oft auch eben eine ruhige Kameraführung, was ich sehr erfrischend bei solchen Filmen finde.
Grégory Levasseurs Ausflug in eine Welt ohne Sonnenlicht konnte bei mir besser punkten als „Katakomben“. Hier steckt um einiges mehr an Atmosphäre und unheimlichen Settings dahinter. Die Handlung ist zwar nicht unbedingt atemberaubend, aber eine ganz passable Grundidee steckt dennoch dahinter.

Ansonsten bekommt man hier einen sehr spannenden und atmosphärischen Film geliefert, der so manches Mal mit gelungenen Schockmomenten aufwarten kann und nie langweilig wird. Der Spannungsbogen wurde aus meiner Sicht konstant gehalten und der Regisseur hat sich Gott sei Dank niemals hinreissen lassen, in Trash zu verfallen. So wurde „The Pyramid“ zu einem optisch schön anzusehenden Horrortrip im Inneren einer Pyramide. Auch tappte man nicht in die Klischeefalle und ließ mordende Mumien in den Gängen herumwandern, sondern richtete sein Augenmerk auf eine völlig andere Handlung, wie man sie nicht so oft zu sehen bekommt. Das Schöne an diesem Film ist, dass er sich nicht nur ausschließlich im Horrorgenre bewegt, sondern auch Abenteuer-Elemente a la Indiana Jones oder Tomb Raider mit einbezieht. Aus meiner Sicht hat das Ganze hervorragend funktioniert und die „Auflösung“ fand ich persönlich auch sehr ideenreich. Sicherlich hätte man die animierten Effekte am Ende besser hinbekommen, aber warum? Ausschlaggebend ist doch, dass der Regisseur seine Vision hat sichtbar werden lassen – und das hat er.

„The Pyramid“ ist kein Meisterwerk, aber ein überdurchschnittlicher Abenteuer-Horror-Film mit einer sehr stimmigen Atmosphäre und einem alles andere als langweiligen Plot (vor allem durch das Ende). Ich habe mich hervorragend unterhalten und auch so manches Mal gegruselt. Was will ich von einem solchen Film mehr?
Grégory Levasseur, der Drehbücher zu Filmen wie „Maniac“, „Piranha 3D“, „Mirrors“ oder „High Tension“ geschrieben hat, konnte mich mit seinem Regiedebüt durchaus überzeugen. Das ein oder andere hätte man mit Sicherheit besser machen können, aber es ist nun mal ein Debüt und aus dieser Sicht für mich absolut gelungen.

Dass den Schauspielern immer wieder amateurhaftes Agieren vorgeworfen wird, kann ich nicht nachvollziehen, ebensowenig wie die angeblich soooo schlechten Dialoge. Was sagen diese Leute denn zu dem ein oder anderen angeblichen Blockbuster, in dem nur Schwachsinn verzapft wird? Es ist immer wieder erstaunlich, wie vehement auf Newcomern oder Independent-Filmen herumgehackt wird, ohne den Menschen, die ihr Herzblut hineinsteckten, Achtung und Respekt für ihre Arbeit zu zollen. Ich werde mir „The Pyramid“ definitiv nochmals ansehen.

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Fazit: Gruseliger Ausflug ins Innere einer Pyramide. Die Mischung aus Found Footage und ruhiger Kameraführung funktioniert und vermittelt eine stimmige Atmosphäre, die mich begeistert hat.

© 2016 Wolfgang Brunner

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