It Follows (2014)

It_Follows

Originaltitel: It Follows
Regie: David Robert Mitchell
Drehbuch: David Robert Mitchell
Kamera: Mike Gioulakis
Musik: Disasterpeace
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Maika Monroe, Keir Gilchrist, Olivia Luccard, Lili Sepe, Daniel Zovatto, Jake Weary
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Nachdem Jay mit Hugh geschlafen hat, bekommt sie das Gefühl nicht los, dass sie irgendetwas verfolgt. Immer paranoider werden die Verfolgungsängste, bis Jay schließlich erfährt, dass da tatsächlich Etwas ist, das hinter ihr her ist. Zusammen mit ihren Freunden versucht sie, das „Ding“ loszuwerden.

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David Robert Mitchells Film ist ein außergewöhnlicher Horror-Mystery-Thriller, der an vielen Stelen an die innovativen Arbeiten eines John Carpenter erinnert. Sehr stimmungsvoll und mit einer entsprechenden Musik untermalt, zeigt „It Follows“ eine Gruppe Teenager im Kampf gegen das Böse, bei dem man sich immer wieder mal an die 80er Jahre zurückversetzt fühlt. Stylische Kameraführungen und keine hektischen Schnitte machen diesen Film zu etwas Außergewöhnlichem in der Landschaft der Splatter- und Gorefilme. Aber Mitchell zeigt auch keinen Found Footage oder typischen Gruselfilm. Er geht einen eigenen und besonderen Weg.

„It Follows“ ist gruselig, aber nicht blutig.  Die Teenager wirken sehr erwachsen und handeln überlegt, dennoch werden sie dem unheimlichen „Es“ nicht Herr. Fast könnte man meinen, Mitchel hätte einen Stephen King-Plot mit einem John Carpenter-Drehbuch vermischt und etwas eigenes daraus hervorgezaubert. Das Erstaunliche daran ist, das „It Follows“ niemals langweilt, sondern fast durchgehend fasziniert. Man kann sich den Film ein zweites Mal ansehen (was ich übrigens getan habe) und entdeckt Neues, fühlt sich plötzlich auf andere Art von dem Mysterium angesprochen und beginnt nachzudenken, was „Es“ denn sein könnte. „Die Körperfresser kommen“ meets „Dämon“ – oder „John Carpenter“ meets „80er Jahre Horror“ oder Stephen Kings „ES“.

Die Geschichte ist im Gehirn des Zuschauers ausbaufähig, interpretierbar in vielen Richtungen und beschäftigt nachhaltig. Das Rätsel wird nicht wirklich gelöst, das ist wohl Aufgabe des Zusehers, der sich mit dem Plot beschäftigen mag, was in der heutigen Zeit wohl nicht mehr häufig vorkommt. Mitchell serviert ein Hauptgericht, bei dem der Zuschauer selbst die Zutaten erraten muss und dann entscheidet, ob es ihm schmeckt oder nicht. Mir hat „It Follows“ in höchstem Grad gemundet und gerade aufgrund seiner ruhigen Erzählweise zählt der Film für mich zu einem erfrischenden Beitrag im ansonsten mittlerweile eher uninspirierten Horror-Genre.

Die Schauspieler agieren allesamt absolut überzeugend und tragen zu der außergewöhnlichen Atmosphäre der Inszenierung genauso bei wie der wummernde Synthesizer-Soundtrack von Disasterpeace. „It Follows“ ist eindeutig einer der innovativsten Horrorfilme der letzten Zeit, bei dem man genau zusehen sollte, denn es verbergen sich unzählige „Geheimnisse“ in den gezeigten Bildern. Alleine schon die Farbkompositionen, aber auch die große Frage, in welchem Jahr die Geschichte angesiedelt ist. Zu viele Ungereimtheiten (die mit Sicherheit beabsichtigt sind) zerstören das Puzzle, das sich der Zuschauer selbst zusammensetzen muss. Ich finde es spitzenmäßig, was Mitchell da abgeliefert hat.
Und ganz nebenbei spiegelt der Film dann auch noch den Weg vom Teenager zum Erwachsenwerden wider.
Ich wage fast zu behaupten, dass es sich bei „It Follows“ schon jetzt um einen modernen Klassiker des Horrorfilms handelt.

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Fazit: Verstörend, spannend und meisterhaft verzwickt inszeniert.

© 2015 Wolfgang Brunner

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