Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

erde

Originaltitel: The Day, The Earth Stood Still
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: David Scarpa
Kamera: David Tattersall
Musik: Tyler Bates
Laufzeit: 103 Minuten
Darsteller: Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Jaden Smith, John Cleese, Kathy Bates, Jon Hamm, James Hong, Roger Cross
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Kanada
FSK: ab 12 Jahre

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Der Außerirdische Klaatu kommt in friedlicher Absicht auf die Erde, um die Menschen zu warnen. Sie sollten sich um Frieden bemühen und kriegerische Auseinandersetzungen verhindern, damit der Planet Erde erhalten bleibt. Doch die Menschheit hört nicht auf Klaatus Warnungen …

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Effektetechnisch kommt das Remake des Klassikers von Robert Wise natürlich besser daher als das Original. Aber obwohl sich auch die Besetzungsliste gut liest, fehlt es der Neuinterpretation irgendwie an Gefühl. Ich kann es nicht einmal genau erklären, aber ich habe Scott Derricksons Film eine zweite Chance gegeben und ihn nach knapp fünf Jahren noch einmal angesehen. Das Ergebnis war das gleiche: Der Film hat mir gefallen, mich aber letztendlich nicht befriedigt.

Keanu Reeves macht seine Sache gewohnt gut. Besser agiert Jennifer Connelly, die mir hier ausnehmend gut gefallen hat. Die kleinen Auftritte von John Cleese und Kathy Bates sind eigentlich nicht der Rede wert und hätten von jeder anderen Schauspielerin und jedem anderen Schauspieler genauso gut dargestellt werden können.
Im Gegensatz zum Original kam die Botschaft des Films auch nicht so gut rüber wie es sein sollte. Derrickson legte mehr Wert auf Specialeffects und gab dem Ganzen einen Touch Katastrophenfilm, der allerdings nicht wirklich funktionierte. Erfrischend fand ich, dass in der Neuverfilmung statt Raumschiffen sogenannte Sphären eingesetzt wurden, mystische Kugelwelten, in denen sich die Außerirdischen aufhielten. Das gab dem Film einen wirklich guten Science Fiction-Touch, der eine tolle Wirkung hatte. Das war es dann aber leider auch schon.
Unschlüssig zwischen Öko-Thriller mit „Message“ und Science Fiction-Apocalypse kann sich Derrickson nicht entschließen, was er eigentlich will. Ich bin sicher, hätte man dem Film eine Laufzeit von 3 Stunden gegönnt, wäre ein weitaus besseres Szenario entstanden.

Handwerklich, effektetechnisch, musikmäßig und schauspielerisch ist eigentlich nichts auszusetzen. Aber dennoch fehlt den Protagonisten eine Tiefe, die ich mir gewünscht hätte. Und die Friedensbotschaft bzw. -warnung der Außerirdischen hätte weitaus intensiver und dramatischer gestaltet werden können. So wirkt sie lediglich als Auslöser / Mittel zum Zweck für ein Katastrophenszenario apokalpytischen Ausmaßes. „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ aus dem Jahre 2008 ist kein Meisterwerk, aber durchaus sehenswert.
Doch das Schlimmste kam am Schluß: Kaum ist das letzte Filmbild erloschen, das auf den Zuschauer noch einwirkt oder zumindest einwirken sollte, ertönt ein völlig unpassender Hiphop-Song aus den Lautsprechern. Das geht ja mal gar nicht, liebe Leute. Nachdem wir einer dramatischen, effekteüberladenen Weltrettung beigewohnt haben, singt Thomas D. von der Band „Die Fantastischen Vier“: „Es hatte keiner geglaubt, dass sich das einer hier traut und ganz alleine durchschaut, was ihr auf Steinen gebaut …“ Das Finale des Films verliert dadurch sämtliche Dramatik. Dieses Abspannlied ist nur in der deutschen Version enthalten. Unglaublich. Und man fragt sich, wer sich diesen Mist ausgedacht hat.

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Fazit: Unentschlossener Mix aus Science Fiction und Katastrophenfilm, der die Botschaft der Originalverfilmung leider nicht in der intensiven Art rüberbringt, wie es sein sollte. Der Film ist durchaus sehenswert, aber kein Meisterwerk, und bleibt nicht lange im Gedächtnis haften.

© 2015 Wolfgang Brunner

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