Let Us Prey (2014)

letusprey

Originaltitel: Let Us Prey
Regie: Brian O’Malley
Drehbuch: David Cairns, Fiona Watson
Kamera: Piers McGrail
Musik: Steve Lynch
Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Liam Cunningham, Pollyanna McIntosh, Bryan Larkin, Hanna Stanbridge, Douglas Russell, Niall Greig Fulton, Jonathan Watson, Brian Vernal
Genre: Horror
Produktionsland: Großbritannien, Irland
FSK: SPIO JK (uncut)

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Ein Unbekannter wird bei einem Autounfall schwer verletzt, verschwindet aber noch am Unfallort spurlos. Die Polizistin Rachel ist nicht wenig erstaunt, als der Fremde wenig später im Polizeirevier erscheint und sich äußerst merkwürdig verhält. Man beschließt, ihn  erst einmal einzusperren, bis sich die Lage geklärt hat. Doch schon bald werden sowohl die Inhaftierten als auch die anwesenden Polizisten von unheimlichen Visionen heimgesucht, die wohl etwas mit dem mysteriösen Mann zusammenhängen.

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Schon alleine die Anfangssequenz ist es wert, einen Blick auf „Let Us Prey“ zu werfen. Stylisch und atmosphärisch wird hier das Erscheinen des Bösen in atemberaubend genialen Bildern gezeigt. Danach fühlt man sich an die Filme der 80er Jahre erinnert, wenn Polizistin Rachel ihren Dienst antritt. Es ist Old School Horror mit einer unglaublich guten Musik, den uns Regisseur Brian O’Maley da serviert. Simmungsvoll, düster und mit beeindruckender Optik hebt sich „Let Us Prey“ von den mittlerweile zur Genüge bekannten und vorhersehbaren Horror-Plots ab. Wenngleich man auch hier schon bald bemerkt, wie „der Hase läuft“, geht O’Maley mit seinem Horror-Thriller dennoch einen erfrischenden Weg, der durchgehend unterhält. Der ein oder andere Horrorfreak wird dem Film aufgrund seiner oftmals ruhigen Inszenierung nichts abgewinnen, denn nur allzu sparsam sind die blutigen Goreszenen eingesetzt.

„Let Us Prey“ ist stimmungsvoller Horrorthriller, der sich irgendwo zwischen John Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“ und der Stephen King Verfilmung „Needful Things“ ansiedelt. In einem Interview bestäätigte dann Regisseur O’Maley meine Vermutung, die ich während des ganzen Films hatte: Der erwähnte John Carpenter Klassiker diente gewissermaßen als Vorbild für „Let Us Prey“. 😉 Wie gesagt, es wird viele Menschen geben, die diesen Thriller langweilig und uninspiriert empfinden. Mir hat er ausnehmend gut gefallen, obwohl der Plot sogar noch mehr hergegeben hätte. Die Musik von Steve Lynch untermalt die triste Atmosphäre perfekt und lässt sogar ein gewisses Carpenter-Flair aufkommen. Erst gegen Ende hin wird die Spannungsschraube nach oben gedreht und der Zuschauer mit blutigen Splattereinlagen bombardiert. Insgesamt handelt es sich bei „Let Us Prey“ dennoch um einen Film der eher ruhigeren Machart.

Schauspielerisch kann Pollyanna McIntosh („The Woman“) durchaus überzeugen. Aber Liam Cunningham stiehlt ihr, und nicht nur ihr sondern allen anderen Beteiligten, ganz klar die Show. Cunningham passt hervorragend in die Rolle des Bösen und sein Schauspiel ist es auch, dass den Film hochwertig erscheinen lässt. Die charismatische Ausstrahlung des Iren schlägt einen sofort in den Bann und lässt einen auch bis zum Ende nicht mehr los. Wer sich auf die Geschichte einlassen kann, wird mit einer verstörend wirkenden Auseinandersetzung menschlicher Abgründe belohnt. Die ein oder andere Szene brennt sich ins Gehirn ein, allerdings spreche ich dabei nicht von den handgemachten Splattereffekten. Denn die sind irgendwie nicht so ultrabrutal, wie man sich erhofft hat. Ich habe zwar die ungeschnittene Fassung gesehen, bin aber nicht sicher, was genau in der geschnittenen Fassung fehlen soll.

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Fazit: Mit einer visuell beeindruckenden Inszenierung entführt uns Regisseur Brian O’Maley mit seinem Debütfilm in eine triste, bedrückende Welt. Liam Cunnighams Schauspiel ist eine Klasse für sich.

© 2015  Wolfgang Brunner

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