Die Präsenz (2014)

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Originaltitel: Die Präsenz
Regie: Daniele Grieco
Drehbuch: Daniele Grieco
Kamera: Daniele Grieco
Musik: Stefan Moher
Laufzeit: 83 Minuten
Darsteller: Matthias Dietrich, Henning Nöhren, Liv Lisa Fries
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 18 Jahre

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Markus, seine Freundin Rebecca und der gemeinsame Freund Lukas verbringen ein paar Tage auf einer verlassenen Burg, in der es angeblich spuken soll. Schon bald stellen sie fest, dass sich tatsächlich etwas in den Gemäuern aufhält und sie bedroht …

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Das ist ja immer so eine Sache mit Found Footage-Filmen. Einerseits kann man sich oftmals ihrem Bann nicht entziehen, andererseits scheint das Thema schon hinlänglich verbraucht zu sein. Und doch kommt es immer wieder mal zu einer Überraschung, mit der man nicht gerechnet hat. Daniele Griecos „Die Präsenz“ ist genau solch eine Überraschung für mich gewesen. Sicherlich bringt Grieco nichts Neues. Aber das dürfte in diesem Genre sowieso nicht mehr machbar sein. Aber was er der Kölner Regisseur in mühsamer, ein Jahr lang andauernder Herzblut-Arbeit auf die Beine gestellt hat, kann sich absolut sehen lassen.

Found Footage ist nicht jedermanns Sache. Doch wenn man diese Inszenierungsart in einer soliden Verpackung präsentiert bekommt, kann man sich durchaus damit anfreunden. Griecos Kameraführung ist gegenüber anderen Wackelbildfilmen angenehm ruhig gehalten und verleiht dem Ganzen eine tolle Atmosphäre. Was mir besonders gefallen hat, waren die Grusel- bzw. Schockmomente in „Die Präsenz“. Wenngleich sie wie aus verschiedenen ähnlichen Filmen anmuten, so tun sie auf jeden Fall ihre Wirkung. Mit ist wirklich so manches Mal wirklich ein Schauer über den Rücken gefahren. Und wer sich auf den Film einlässt, wird die Begeisterung des Regisseurs für Horrorfilme (alte und neue) bemerken. Nicht immer offensichtlich, aber für den Kenner durchaus erkennbar, findet man viele Anspielungen auf Klassiker des Genres. Grieco schafft eine unheimliche Stimmung, die den ganzen Film lang anhält. Besonders die nächtlichen Einstellungen, in denen die Protaginisten ihren Schlaf filmen, haben mir gefallen. Logischerweise bringt man diese Szenen sofort mit der „Paranormal Activity“-Reihe in Verbindung, aber was ist daran schlimm?
Ich habe das jedenfalls nicht als plumpes Kopieren, sondern eher als liebevolle Hommage empfunden.

Sicherlich gibt es ein paar logische Fehler, die sich in den Plot eingeschlichen haben. Aber über die kann man getrost hinwegsehen, wenn man sich einfach nur mal gruseln möchte. Und das kann man bei „Die Präsenz“ ganz klar.  Grieco vermischt geschickt spannende Momente und eher nichtssagende Filmaufnahmen, in denen einfach nur das Privatleben der Protagonisten gezeigt wird. Ich empfand genau diese Mischung sehr authentisch. Insgesamt wirkt der Film sehr professionell und engagiert. Und obwohl Greco, wie schon oben erwähnt, das Genre nicht neu definiert, bleibt „Die Präsenz“ aufgrund seiner Inszenierung und der überaus gut gewählten und passenden Location im Gedächtnis haften..

Schauspielerisch gefiel mir Liv Lisa Fries am besten, dicht gefolgt von den beiden männlichen Darstellen. Sie führten durchwegs glaubwürdig durch die Handlung und konnten durch ihr natürliches Verhalten überzeugen. „Die Präsenz“ kann meiner Meinung nach absolut mit nationalen und auch internationalen Genrebeiträgen konkurrieren und bewegt sich auf jeden Fall im oberen Drittel. Ich bin schon sehr auf den nächsten Film von  Daniele Grieco gespannt.
Ach ja, die FSK 18-Einstufung verstehe ich allerdings (wieder mal) nicht wirklich.

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Fazit: Gruseliger Found Footage Horror aus Deutschland.  Sehenswerter Genrebeitrag, der mit Herzblut inszeniert und gespielt wurde und sich hinter anderen Beiträgen dieser Art nicht zu verstecken braucht.

© 2015 Wolfgang Brunner

4 Gedanken zu “Die Präsenz (2014)

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