Destruction Of Silence (2013)

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Originaltitel: Destruction Of Silence
Regie: Jakob Gisik
Drehbuch: Jakob Gisik
Kamera: Philipp M. Hönig
Musik: Florian Linckus
Laufzeit: 41 Minuten
Darsteller: Rolf Schapals, David Gisik, Horst Janson, Andreas Pape, Sarah Alles, Lukas Best, Christian Gorgs, Franz Hofmann, Martin Roskewetz
Genre: Krieg, Drama
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 12 Jahre

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Der sechsjährige Deutsche Phillip Schmidt verliert im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff beide Eltern. Als er vor einer amerikanischen Patrouille aufgefunden wird, nimmt sich der GI Jack Brown dem Jungen an. Gemeinsam kämpfen sie sich durch das Kriegsgebiet, mit dem Wissen, dass das Ende des Krieges naht. Eine zaghafte Freundschaft bahnt sich zwischen dem deutschen Jungen und dem amerikanischen Soldaten an.

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Es ist immer wieder erstaunlich, welche Perlen sich im (nicht nur deutschen) Independent-Bereich verstecken. Jakob Gisiks Kriegsdrama „Destruction Of Silence“ gehört eindeutig dazu. Zielsicher inszenierte der in Kasachstan geborene Regisseur ein beeindruckendes Kriegserlebnis, das nachhaltig im Kopf hängen bleibt. Auch wenn manche das Gegenteil behaupten: Gisiks 40-Minuten-Drama wirkt in keiner Einstellung billig und amateurhaft. Ganz im Gegenteil. Sowohl vor als auch hinter der Kamera scheint man es hier mit absolut professionellen und engagierten Leuten zu tun zu haben, die einen Blick für großes Kino haben. Regie, Schauspieler- und Kameraführung, Schnitt und Musik sind top.

Visuell können sowohl die actionlastigen Kriegs- als auch die ruhigeren Gefühlsszenen vollkommen überzeugen. Gisiks Sohn David spielt seine Rolle so überzeugend und herzerweichend, dass es eine wahre Freude ist, ihm zuzusehen. Aber auch Rolf Schapals glänzt in seiner Rolle und zeigt großes Talent. Man hätte das Drama durchaus auf Spielfilmlänge ausweiten können, so faszinierend ist die im Grunde genommen einfache Geschichte. Horst Jahnson hat nur einen kurzen Auftritt, der aber sehr emotional ist und im Gedächtnis haften bleibt.
Andreas Pape, der mir unter anderem schon in „German Angst“  und „Toxic Lullaby“ gefallen hat, kann auch hier wieder überzeugen. Sein Blick kann schon Angst machen. 😉

Ich wüsste nicht, was ich an „Destruction Of Silence“ auszusetzen hätte, außer der Dauer. 😉
Denn ich hätte wirklich noch gerne mehr von den wunderschön inszenierten Bildern gesehen, in denen sich die Freundschaft zwischen dem GI und dem sechsjährigen Philipp immer mehr entwickelt. Das ist es auch, was Gisik so richtig kann. Gisik fängt wunderschöne Bilder ein, die mich an Großproduktionen erinnerten. „Destruction Of Silence“ ist ein kleiner, großer Film, der beeindruckt und zeigt, was Herzblut und eine gute Crew mit wenig Geld zustandebringen können. Ich bin begeistert.

Gisiks Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg konzentriert sich auf das Grauen eines Krieges, auf die vielen Schicksale, die in so einem Fall passieren. Doch trotz aller Schrecken vermittelt sein Film Hoffnung. Melancholisch und rührend schließt sich am Ende ein Kreis, der den Zuschauer zu Tränen rührt. Am Ende hatte ich wirklich einen riesigen Kloß im Hals.

Da bin ich wirklich sehr gespannt, was Jakob Gisik mit seinem neuen Projekt „No Hate“ auf die Beine stellt.

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Fazit: Beeindruckendes und anrührendes Drama, das im Zweiten Weltkrieg handelt und die Menschlichkeit in solch einem Grauen darstellt. Professionell und visuell eindrucksvoll von Jakob Gisik in Szene gesetzt.

© 2015 Wolfgang Brunner

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