Housebound (2014)

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Originaltitel: Housebound
Regie: Gerard Johnstone
Drehbuch: Gerard Johnstone
Kamera: Simon Riera
Musik: Mahuia Bridgman-Cooper
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Morgana O’Reilly, Rima Te Wiata, Glen-Paul Waru, Cameron Rhodes, Ross Harper, Ryan Lampp
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Neuseeland
FSK: ab 16 Jahre

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Kylie wird bei einem Bankraub geschnappt und wird nach einer erfolglosen psychiatrischen Behandlung dazu verdonnert, mit einer Fußfessel versehen, im Haus ihrer Mutter eine Art „Hausarrest“ abzusitzen. Die ohnehin angespannte Stimmung wird noch schlimmer, als sich herausstellt, dass es in dem alten Haus spukt.

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„Housebound“ ist kein Gruselfilm, aber auch keine richtige Komödie. Irgendwie geht das Konzept von Regisseur Gerard Johnston nicht wirklich auf. Auch wenn vieles an „Housebound“ stimmt, von der Inszenierung bis über die Schauspieler kann nicht gemeckert werden, so erreicht der Genre-Mix den Zuschauer nicht. Zumindest ging es mir so. Ich wurde mit den Personen und mit der konstruiert wirkenden Handlung nicht warm, fühlte mich an manchen  Stellen zwar wohl, aber im Großen und Ganzen fehlte mir was. Die Atmosphäre, die manchmal aufkam, wurde leider immer wieder durch übertriebene Humoreinlagen kaputtgemacht.

Es ist ein seltsamer Film,  der uns da aus Neuseeland präsentiert wird. Und er ist keinesfalls schlecht, sondern beugt sich über den Mainstream-Tellerrand hinaus und geht andere, eigenwilligere Wege. Das ist an sich gut und in der ersten Hälfte funktioniert das auch noch ganz gut, wenn wir die Protagonistin begleiten, wie sie mit jedem,  der ihr in die Quere kommt, Streit anfängt. Anfangs mutet das Ganze eher wie ein Jugend-Drama an, das sogar außerordentlich gut unterhält. Wenn dann die Mutter ins Spiel kommt, wird es schon ein wenig nervig, denn Rima Te Wiata, die diese verkörpert, geht einem schon ganz schön auf den Wecker. Ich mochte ihre Art vom ersten Moment an nicht und hätte mir eine andere Schauspielerin in dieser Rolle gewünscht. Wenig später kommt dann noch Cameron Rhodes als Psychiater Dennis mit ins Spiel und spätestens ab diesem Moment wechselte der Film in eine Fahrspur, die mir nicht mehr gefiel.
Immer wieder spricht man in Besprechungen von skurrilen Charakteren, die Johnstone für seinen Genre-Mix kreiert hat. Hm, ich denke, David Lynch kann solcherart Charakterzeichnungen erschaffen, aber was Johnstone da fabriziert hat, empfand ich eher als nervig. Einzig Morgana O’Reilly als aufmüpfige Kriminelle konnte mich den ganzen Film überzeugen. Neben ihrer muffigen, unausstehlichen Art schaffte sie es dennoch, ihrer Figur auch einen gewissen Charme und etwas Sympathie einzuhauchen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Gegen Ende hin versucht „Housebound“ sich durch so ziemlich alle Genre zu wälzen: Drama, Krimi, Komödie, Horror, Grusel, Thriller. Aber all das wirkte auf mich leider nicht innovativ und durchdacht genug, so dass es mich vom Hocker gerissen hätte. Im Gegenteil: Schon bald war ich gelangweilt, obwohl gerade in der letzten Hälfte eigentlich erst richtig Spannung aufkommt. Ryan Lampp als Beetlejuice-Verschnitt hat mir den Film dann endgültig vermiest. Für diese peinliche Kostümierung, obwohl mit Absicht so schwarzhumorig trocken gewählt, war ich nahe dran, mich fremdzuschämen. Das fand ich wirklich sehr sehr unpassend. Hätte Johnston den aufgesetzten Humor weggelassen und ein gruseliges Drama inszeniert, in dem lediglich ein paar Szenen mit Situationskomik versteckt gewesen wären, dann hätte „Housebound“ für mich großartig funktioniert. So aber blieb nur ein unentschlossenen Genre-Verwirrspiel zurück, das mich letztendlich am Ende überhaupt nicht mehr interessiert hat. Schade eigentlich, denn ein gewisses Potential wäre da gewesen.

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Fazit: Unentschlossener und unausgegorenen Genre-Mix, der bei mir nicht funktioniert hat. Ein Grusel-Drama ohne Klamaukeinlagen aus der nicht uninteressanten Handlung zu machen wäre da bedeutend besser gewesen.

© 2015 Wolfgang Brunner

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