Late Phases (2014)

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Originaltitel: Late Phases
Regie: Adrián García Bogliano
Drehbuch: Eric Stolze
Kamera: Ernesto Herrera
Musik: Wojciech Golczewski
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Nick Damici, Ethan Embry, Lance Guest, Tina Louise, Rutanya Alda, Caitlin O’Heaney, Erin Cummings, Tom Noonan, Larry Fessenden
Genre: Horror, Drama
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Der blinde Vietnam-Veteran Ambrose zieht in die Senioren-Wohnsiedlung Crescent Bay ein. Doch leider bleibt die erwartete Ruhe aus, denn Ambrose überlebt nur knapp den Angriff einer wilden Bestie. Wie sich herausstellt, treibt das Monster offenbar schon länger ihr Unwesen. Ambrose vermutet einen Werwolf hinter den Angriffen und rüstet sich kurzerhand für den nächsten Vollmond …

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„Late Phases“ ist ein ruhiger und untypischer Werwolf-Film, was zwangsläufig dazu führt, dass die einen schwer enttäuscht sind, die anderen aber umso überraschter. Es ist eher ein ruhiges Drama mit Horrorelementen und einem Schuss schwarzen Humors, das uns der spanische Regisseur Adrián García Bogliano da serviert. Ein alternder Kriegsveteran nimmt den Kampf gegen eine übernatürliche Werwolf-Bestie auf. Alleine diese Kombination hebt „Late Phases“ wohltuend von den immer wiederkehrenden und in der Regel gleichbleibenden Motiven anderer Werwolf-Filme ab. Bogliano hat schon den außergewöhnlichen „Here Comes The Devil“ abgeliefert und schlägt mit seinem neuen Film eine ähnliche Richtung ein: Er hält sich abseits vom Mainstream. Und das tut dem Film eindeutig gut.

Old School-Splatter-Effekte, die übrigens sehr professionell und authentisch wirken, sind nur sehr spärlich in die ruhige Handlung eingestreut sind. Dafür wirken sie dann umso besser, wie ich finde. Aber das Hauptaugenmerk ist auf die menschliche Seite des Kriegsveterans gerichtet, der sehr gut von Nick Damici dargestellt wird. Sein schwarzer und sarkastischer Humor zieht sich durch den ganzen Film und lässt den kauzigen, mürrischen Protagonisten sogar manches Mal so richtig sympathisch wirken. Damici ist die Rolle wie auf den Leib geschnitten.
Die handgemachten Werwölfe wirken manchmal unnatürlich und können nicht ganz überzeugen, aber das ist dann fast schon wieder eine Rückkehr in die Werwolf-Filme der 80er Jahre. 😉 Das macht schon Spaß.

Eines steht fest: „Late Phases“ ist ein Ausnahmefilm im Werwolf-Genre, der einen neuen und erfrischenden Weg geht. Vom Szenario musste ich ja auch ein bisschen an den kultigen „Bubba Ho-Tep“ denken, wo ebenfalls eine Gruppe alternder Männer gegen eine Zombie-Mumie antreten. „Late Phases“ ist aber bedeutend tiefgründiger und ernster. Die ersten zwei Drittel stellen wie gesagt eher ein Drama dar, in dem ein vater-Sohn-Konflikt und philosophische Betrachtungen über das Leben eine größere Rolle spielen als der Werwolf. Erst gegen Ende wechselt Bogliano das Genre und dreht an der Spannungsschraube. Auch wenn das letzte Drittel dann spannend und blutig wird, so übertreibt der Regisseur nie und liefert einen kompakten Genre-Mix ab, der darstellerisch und inszenatorisch überzeugen kann. Auch wenn mir persönlich zum Beispiel die „Ginger Snaps“-Reihe besser gefällt, zählt „Late Phases“ neben Klassikern wie „Das Tier“ oder „Der Werwolf von Tarker Mills“ zu einem meiner Lieblingsfilme in diesem Genre.

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Fazit: Abseits des Mainstream angelegtes Werwolf-Drama mit menschlichen Zwischentönen und schwarzem Humor. Bogliano ist ein überzeugender und unterhaltsamer Genre-Mix gelungen.

© 2015 Wolfgang Brunner

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