Nature – Season 1 (2015)

nature

Originaltitel: Nature – Season 1
Regie: Timo Rose
Drehbuch: Timo Rose
Kamera: Max Evans, Andre Koock, Timo Rose, Maximilian Schmidt, Ned Weisman
Musik: Myra
Laufzeit: 8 x 20 Minuten
Darsteller: Max Evans, Andre Koock, Thomas Binder, Kai E. Bogatzki, Franziska Karbstein, Nina Fischer, Tara Cardinal, Marcel Ceniti, Damien Colletti, Rob Ho, Mike Mendez, Jennifer Lim, Ari Lehman, Ryan Nicholson
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 16 Jahre

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Steve Chandon glaubt fest daran, dass er in den Wäldern eine Kreatur findet, die von vielen als Bigfoot bezeichnet wird. Er ist besessen davon, dieses Wesen zu finden und macht sich mit Kameras und Survival-Ausrüstung auf den Weg, um die Existenz dieser Kreatur zu beweisen. Dabei hält er über seinen Blog Kontakt mit der Außenwelt und berichtet über jede seiner Entdeckungen.

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Wer Tim Roses Filme kennt, denkt jetzt bestimmt, dass er mit seiner Mini-Serie „Nature“ ein Found Footage Splatter-Werk vorlegt. Aber weit gefehlt! Rose schlägt hier einen völlig anderen Weg als bei seinen meisten Filmen ein und das tut „Nature“ außerordentlich gut.
Es ist die ruhige Inszenierung, die einen von der ersten Folge an in seinen Bann zieht. Wunderschöne Naturaufnahmen und fast schon elegische Einstellungen wechseln sich mit Found Footage-Bildern ab, die sich aber vom Wackelfaktor erfreulicherweise in Grenzen halten und wirklich nicht nerven. Bevor ich aber zu Story und Schauspieler Max Evans komme, muss ich etwas über den Vorspann der Serie loswerden:
Kai E. Bogatzki, der sich auch für einige Vorspanne von Regisseur Marcel Walz verantwortlich zeigt, hat hier eine hammermäßige Arbeit geleistet. Das ist einfach phänomenal, wie Schriften, Bilder und Musikuntermalung da schnitttechnisch zu einem Vorspann zusammengeführt wurden, der mich an die geniale Eingangssequenz von „Six Feet Under“ erinnert. Hier kann ich meine Begeisterung echt schwer im Zaum halten, so gut finde ich diese Komposition aus Schnitt, Bild, Schrift und Musik. Bogatzki beherrscht Filmschnitt. Das ist auch in allen Folgen zu sehen und zu bewundern.
Und die Musik von Myra ist ebenfalls genial, allen voran aber das Titelthema, das packt und an das Main Theme der obengenannten Serie „Six Feet Under“ und das „Akte X“-Intro erinnert.  Großartige Arbeit.

„Nature“ lebt zum einen von den wirklich wunderschönen Naturaufnahmen und zum anderen von der überzeugenden und realistischen Darstellung des Steve Chandon, dem Schauspieler Max Evans einen glaubhaften Charakter verleiht. Als geschickten Schachzug empfinde ich, dass die Bigfoot-Thematik in einen Found Footage Film eingebaut wurde. Anfangs dümpelt die Story ruhig dahin, was für einige bestimmt äußerst langweilig wirkt. Ich empfand aber diese „Eingewöhnungs“-Folgen als sehr stimmig und realistisch. Man lernt den Protagonisten und sein Vorhaben kennen, begleitet ihn bei der Suche nach der Kreatur und wartet, ebenfalls wie er, dass etwas passiert. Ich fand das sehr angenehm und auf gewisse Art und Weise spannender als Actionszenen.
Max Evans überzeugt auf ganzer Linie, wenn er sich im Verlauf der Serie immer mehr von einem besessenen, aber netten Mann, in ein unsympathisches „Ar§§§loch“ verwandelt. Niemals wirkt seine Darstellung überspitzt, sondern eher wie eine Einmann-Show, die Evans in jeder Folge fest im Griff hat.

Der Spannungsbogen wird souverän von Timo Rose Folge für Folge aufgebaut und findet in den letzten beiden Episoden eine wirklich unerwartete Wendung, die enorm Spaß macht.
Timo Rose und sein Team bringen in den Found Footage-Bereich frischen Wind: Zum einen, weil sie die erste Serie in diesem Stil überhaupt auf die Beine gestellt haben und zum anderen, weil sie dieses Stilmittel nicht bis zum Erbrechen ausreizen, sondern auch unwackelige Stativaufnahmen verwenden. Diese Mischung macht „Nature“ zu etwas Besonderem und Erfrischendem in diesem Bereich.
Während der ganzen Season merkt man, dass Regisseur, Cutter, Schauspieler und das weitere Team unglaublichen Spaß an dieser Produktion hatten und perfekt miteinander harmonierten.
Man merkt, dass Season 1 aufhört, als könnte es das Ende sein, aber es könnte durchaus auch weitergehen. Ein Schritt, denn die Macher wahrscheinlich deswegen in dieser Art machten, um erst einmal zu sehen, wie die Serie beim Publikum ankommt. Ich für meinen Teil möchte eine zweite und dritte Staffel (wie von den Machern geplant) jetzt sofort!!! 😉

Wer die erste Staffel haben möchte, findet sie zum Beispiel auf Amazon —> KLICK MICH!

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Fazit: Realistisch und optisch wunderbar inszenierte Jagd auf den legendären Bigfoot. Charakterstudie und Found Footage-Mystery-Horror in einem, kann „Nature“ vor allem durch seine vorwiegend ruhige, aber nicht minder spannende, Inszenierung überzeugen.

© 2015 Wolfgang Brunner

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