Radio Silence -Der Tod hört mit (2012)

On-Air-Poster

Originaltitel: Radio Silence – Der Tod hört mit
Regie: Marco Riedl, Carsten Vauth
Drehbuch: Marco Riedl
Kamera: Marco Riedl
Musik: Andrew Reich (II)
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Dennis Schmidt-Foß, Detlef Bierstedt, Ian Odle, Dietmar Wunder, Silvia Hauten
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 18 Jahre

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Doc Rock ist Radiomoderator und behandelt in seiner Sendung immer aktuelle Themen, wie zum Beispiel die schrecklichen Taten eines Serienkillers, der Nachtschlitzer genannt wird. Eines Nachts hat er den Täter persönlich während einer Livesendung an der Leitung. Wenn Doc Rock es schaffen würde, den Mörder davon abzuhalten, einen weiteren Mord zu begehen, würde er sein nächstes Opfer unbehelligt laufen lassen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

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Der Thriller von Marco Riedl und Carsten Vauth kommt mit einer wirklich tollen Optik daher. Die Inszenierung ist handwerklich absolut top und erinnert an manchen Stellen sogar an die Filme der Meister Alfred Hitchcock oder John Carpenter. Die wunderbare Musik von Andrew Reich (II) untermalt hervorragend die stylischen Bilder des Regieduos.
„Radio Silence“ ist ein Hochglanz-Thriller, der an alte Filme erinnert und wunderbare, stimmungsvolle Bilder hat. Gerade die Außenaufnahmen sind eine optische Augenweide. Die meiste Zeit spielt der Film aber im Radiostudio, doch durch die wirklich spannende und kurzweilige Handlung fällt dies aber gar nicht weiter auf.

Ich persönlich hätte es allerdings besser gefunden, wenn der Film ernster und nicht so trashig geworden wäre. Man merkt oft, dass die Regisseure manch eine Szene mit einem Augenzwinkern gedreht haben und viele Anspielungen auf andere Filme darin verpackt haben. Und das überdrehte Ende nahm dem Film dann letztendlich seine Authentizität. Prinzipiell habe ich nichts gegen eine solche Art von Film, aber ich bin sicher, dass in diesem Fall weniger Humor besser für den Film gewesen wäre.
Besonders hervorzuheben sind die oftmals unerwarteten Wendungen, die sich durch den ganzen Plot ziehen. Das unterhält absolut und hat mich wirklich in den Bann gezogen. An „Radio Silence“ sieht nichts deutsch aus, obwohl es ein Film aus Deutschland ist. Einzig die Außenaufnahmen erinnerten mich an die stimmungsvollen Edgar Wallace-Verfilmungen. Gerade das war es, was mir an „Radio Silence“ so gefallen hat, gemixt mit ein paar mehr oder weniger offensichtlichen Prisen aus modernen Thrillern wie „Saw“.

„Radio Silence“ funktioniert und das ist das Wichtigste. Sicherlich gibt es an einigen Stellen ein wenig zu nörgeln, so sind zum Beispiel an einigen Stellen die Dialoge sehr einfach gestrickt.  Wer jedoch Logikfehler vermutet und entdeckt, sollte nicht sofort beim Erscheinen des Abspanns das Kino verlassen oder auf die Stop-Taste drücken. Das Warten bis zum „echten“ Ende lohnt sich und gibt ein paar Antworten. Insgesamt halte ich „Radio Silence“ handlungstechnisch zwar nicht besonders einfallsreich, dafür aber handwerklich sehr geschickt und professionell. Die stimmungsvollen Bilder sind unbedingt sehenswert.

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Fazit: Deutscher Thriller, der nicht deutsch aussieht. Stylisch und optisch sehenswert, hakt es ein wenig an der zwar wendungsreichen, aber nicht besonders außergewöhnlichen Handlung. Sehenswert ist „Radio Silence“ auf jeden Fall.

© 2015 Wolfgang Brunner

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