Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)

backcountry

Originaltitel: Backcountry
Regie: Adam MacDonald
Drehbuch: Adam MacDonald
Kamera: Christian Bielz
Musik: Frères Lumières
Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Missy Peregrym, Eric Balfour, Jeff Roop, Nicholas Campbell
Genre: Thriller
Produktionsland: Kanada
FSK: ab 16 Jahre

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Jenn und Alex wollen ein romantisches Wochenende in der Wildnis eines Nationalparks verbringen. Sie genießen die Natur und laufen immer tiefer in die Wälder hinein, bis sie bemerken, dass sie sich verlaufen haben. Das wäre an sich nicht weiter schlimm, würden sich nicht ihre Befürchtungen, dass sie aus Versehen das Revier eines Braunbären betreten haben, immer mehr bestätigen …

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Mit „Backcountry“ hat Adam MacDonald ein sehr eindringliches Survival-Drama erschaffen, das mich spontan an „Grizzly“ aus dem Jahr 1976 denken ließ.  Aber MacDonald geht einen anderen, weitaus besseren und geradlinigeren Weg. Sein Survival-Thriller setzt, bis auf wenige Ausnahmen, eher auf subtiles Grauen, das sich nicht nur bei den Protagonisten, sondern auch beim Zuschauer mit jeder Minute des Films weiter ausbreitet.
Alles beginnt mit einem romantischen und lebensfrohen Wochenendausflug in einen Nationalpark. Dabei stellt MacDonald seine beiden Hauptdarsteller vor und blendet den ahnungslosen Zuseher mit grandiosen Naturaufnahmen. Dann betritt ein Fremder die Bühne (grandios dargestellt von Eric Balfour, der wohl vielen noch als Gabriel Dimas aus „Six Feet Under“ in Erinnerung ist). Undurchsichtig dringt der Fremde in die Privatsphäre des Paares ein, wodurch MacDonald ein unangenehmes Gefühl im Bauch des Zuschauers verursacht. Doch es kommt ganz anders, denn der eigentliche Feind ist nicht der Mensch sondern das Tier. In diesem Falle ein gigantischer Braunbär, in dessen Revier die beiden Wanderer aus Versehen eingedrungen sind.

Bis zum ersten Auftauchen des Bärs muss sich der Zuschauer allerdings gedulden. Für die einen ist der Film bis dahin enorm langweilig, für die anderen (zu denen ich mich zähle) ist genau diese langsame Entwicklung von einem normalen Wochenendtrip zu einem schrecklichen Überlebenskampf die richtige Art und Weise, die Spannungsschraube konstant weiter zu drehen. MacDonald macht es richtig und verzichtet in der ersten Hälfte auf spektakuläre und actionlastige Szenen, so dass das Grauen, wenn es dann eintritt, schockierend echt und authentisch wirkt.
Die blutigen Szenen schlagen einem auf den Magen, so detailliert und realitätsnah sind sie. Was dann folgt, ist eine „ruhige“, aber nichtsdestotrotz durchaus spannende Flucht durch eine Wildnis, die dem Tier und nicht dem Menschen gehört. An einer Stelle wirkte der Bär auf mich leider etwas tapsig und nicht wirklich bedrohlich, aber das ist nicht weiter schlimm.

„Backcountry“ ist ruhig und dennoch schockierend und spannend, wenngleich die verhaltene Inszenierung nicht jedermanns Sache sein dürfte und für viele (vor allem action- und splatterlastiges Publikum) eher öder wirken wird. Ich persönlich mochte diese Regie, weil sie zwar zurückhaltend, aber dadurch nicht weniger eindringlich ein Drama erzählt, das gerade aus diesem Grund schockiert. „Backcountry“ ist weniger sensationsträchtiger Horror als vielmehr ein Drama, bei dem menschliches Leid und Überlebensangst aufgezeigt wird.

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Fazit: Ruhig inszeniertes Drama, das aufzeigt, wie schnell und schockierend sich das Leben in einen schrecklichen Alptraum verwandeln kann. Nur durch wenige blutige Schockmomente vermag Regisseur Adam MacDonald den Zuschauer trotzdem zu erschüttern und verstören.

© 2015 Wolfgang Brunner

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Ein Gedanke zu “Backcountry – Gnadenlose Wildnis (2014)

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