Alptraumfieber (2011)

Alptraumfieber

Originaltitel: Alptraumfieber
Regie: Ralf Kemper
Drehbuch: Ralf Kemper
Kamera: Ralf Kemper u.a.
Musik: Herbert Maria Klinkenberg
Laufzeit: 56 Minuten
Darsteller: Anna-Lisa Ackermann, Caspar Ackermann, Saskia Bartsch, Myriel Brechtel, Nima Conradt, Thomas Drozdowski, Annette Eisenmann, Prashant Prabhakar, Andreas Lindner
Genre: Horror, Drama
Produktionsland: Deutschland
FSK: ?

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Der Polizist Ben untersucht das Verschwinden von fünf Menschen, die sich über einen Blog, der sich mit Alpträumen beschäftigt, kennengelernt haben. Auf der Suche nach dem ultimativen Alptraum treffen sich die Blogger, um in einem verlassenen Gebäude ein Experiment mit einem Pilz zu machen. Als sich Ben immer näher mit dem Fall beschäftigt, muss er erkennen, dass er selbst von fürchterlichen Alpträumen geplagt wird, die ihren Ursprung anscheinend in seiner Kindheit haben.

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„Alptraumfieber“ kann sich sehen lassen. Ralf Kemper präsentiert eine wunderbar ruhige Inszenierung mit schönen Kameraeinstellungen und -fahrten. Schon der Einstieg in die Geschichte zieht einen sofort in den Bann. Geschickt wird der Zuschauer schon in den ersten Minuten neugierig auf die Thematik  „Alpträume“ gemacht.
Kempers Mischung aus Drama und Horrorthriller funktioniert hervorragend, zumal die dezent eingestreuten Wackelkamerabilder im Found Footage-Stil eine tolle Atmosphäre erzeugen. Gerade weil sie nicht permanent eingesetzt werden, wirken sie nicht störend, sondern erfrischend. Überhaupt ist mir die sehr professionell wirkende Kameraarbeit bei „Alptraumfieber“ aufgefallen. Unaufdringlich und schnörkellos, aber dennoch mit einer gewissen Sogwirkung wird die Geschichte um den Polizisten Ben erzählt, der sich bald selbst seinen eigenen Ängsten und Alpträumen stellen muss.

Schauspielerisch ist nichts auszusetzen und man merkt, dass Kemper seine „Personen“ dirigieren kann. Es gibt nur wenige Szenen, wo einer der Schauspieler etwas laienhaft wirkt, aber das fällt gar nicht weiter auf und ist unter Umständen sogar der Authenzität zuträglich.
Die Sets sind sehr gut und stimmungsvoll ausgewählt. Die Szenen im Waldgebiet sind fantastisch und optisch sehr ansprechend festgehalten. Der Ort, an dem das Treffen der „Alpträumer“ stattfindet, erinnert tatsächlich ein wenig an Andreas Marschalls „Tears Of Kali“. Stimmungsvoll vermischt sich dort dann auch Horror und Drama.

Wie sich dann Bens Geschichte mit dem Hauptplot vermischt, ist zwar nicht unbedingt überraschend, aber dennoch sehr gut umgesetzt. Gerade die subtile Erzählweise Kempers mit wenig Blut und Schockmomenten ist es, die „Alptraumfieber“ ausmacht. Erfrischend ist, dass die Geduld des Zusehers nicht durch andauernde Wackelkameraeinstellungen überstrapaziert, sondern nur dann eingesetzt wird, wo es auch passt. Da könnte sich so mancher Hollywood-Grusler eine Scheibe abschneiden.
Unbedingt erwähnt werden muss noch die hervorragende Musik von Herbert Maria Klinkenberg. Seine Töne untermalen das Szenario grandios und verschaffen eine unglaublich tolle Atmosphäre.
Ich bin schon auf weitere Filme von Ralf Kemper gespannt.

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Fazit: Spannende Mischung aus Drama und subtilem Horror, die mit einer guten Handlung und einer routinierten Inszenierung überzeugen kann und so manch bekannteren, adäquaten Film übertrifft.

© 2015 Wolfgang Brunner

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