Cigarette Burns (2005)

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Originaltitel: Cigarette Burns
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Drew McWeeny, Scott Swan
Kamera: Attila Szalay
Musik: Cody Carpenter
Laufzeit: 59 Minuten
Darsteller: Norman Reedus, Udo Kier, Taras Kostyuk, Julius Chapple, Collin Foo
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: SPIO JK (ungekürzt)

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Kirby Sweetman ist Spezialist für das Aufspüren seltener und obskurer Filme. Der Millionär  Bellinger heuert Kirby an, einen speziellen Film mit dem Titel  „La Fin Absolue du Monde“ („Das absolute Ende der Welt“) für ihn zu beschaffen. Dieser Film ist bislang nur einmal aufgeführt worden und die Vorführung endete in einem blutigen Massaker. Es heißt, der Film mache die Zuschauer verrückt. Kirby begibt sich auf die Suche nach dem Film …

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Altmeister John Carpenters zweiter Beitrag nach „Pro-Life“ zur Mini-Serie „Masters Of Horror“. Auch hier zeigt Carpenter nicht unbedingt sein wahres Können und verliert sich in einer eher durchschnittlichen Inszenierung. Dennoch hat „Cigarette Burns“ für mich einige Reize. Da wäre zum einen schon einmal die Idee einer Geschichte über einen Filmliebhaber, der seltene Filme sammelt. Das ist schon eine cineastische Hommage an verschollene Filme, die Carpenter da abliefert. Mystisch und mit einem Hauch Grusel nimmt Carpenter den Zuschauer auf eine Reise mit, die entfernt sogar an Alan Parkers „Angel Heart“ erinnert.

Mit Norman Reedus, dem Charakter Daryl Dixon aus der Kultserie „The Walking Dead“, gelang den Produzenten ein Glücksgriff, denn seine Darstellung des Spezialisten Kirby Sweetman ist beeindruckend und sehr glaubwürdig. Reedus verkörpert den Mann überzeugend und verleiht dem Film dadurch eine besondere Note, die durch einen anderen Schauspieler wahrscheinlich nur schwer in dieser Art erreicht worden wäre. Udo Kier dagegen wirkte sogar ein wenig störend auf mich. Der „Engel“ aus dem verschollenen Film hingegen war mystisch und unheimlich.
Cody Carpenter, Sohn des Regisseurs, zeigte sich wieder für die Filmmusik verantwortlich, die sogar entfernt an die Töne seines Vaters erinnern. Aber hätte John Carpenter selbst die Musik beigesteuert (Material hätte er ja genug gehabt, wie seine jüngste CD-Veröffentlichung „Lost Themes“ zeigt), wäre mit Sicherheit eine weitaus stimmungsvollere Atmosphäre aufgekommen.

„Cigarette Burns“ ist mit Sicherheit kein Meisterwerk und auch kein typischer Carpenter-Film, wie ihn seine Fans mögen. Aber ein cineastisches Kleinod ist diese Folge der von Mick Garris produzierten Serie allemal, was zum einen an der Handlung, aber auch an Norman Reedus‘ grandioser Darstellung liegt. Carpenters Ambitionen und Können liegen manches Mal in den Bildern verborgen, zeigen sich aber nie so, wie sie es tun sollten. Carpenter hätte es besser gekonnt, warum er es, wie bei „Pro-Life“ nicht getan hat, wissen wohl nur die verantwortlichen Produzenten.

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Fazit: Ganz ansehnliche Folge aus der Serie „Masters Of Horror“ mit einem grandiosen Norman Reedus in der Hauptrolle. (Leider) Kein typischer Carpenter-Film, aber dennoch sehenswert.

© 2015 Wolfgang Brunner

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