Her (2013)

her

Originaltitel: Her
Regie: Spike Jonze
Drehbuch: Spike Jonze
Kamera: Hoyte van Hoytema
Musik: Arcade Fire
Laufzeit: 126 Minuten
Darsteller: Joaquín Phoenix, Amy Adams, Rooney Mara, Olivia Wilde, Chris Pratt, Matt Letscher, Scarlett Johansson (Samanthas Stimme im Original)
Genre: Science Fiction, Drama, Liebesfilm
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Los Angeles in naher Zukunft: Theodore hat eine Trennung hinter sich und verbringt seine Abende alleine und einsam in seiner Wohnung. Als er von einem intelligenten Computer-Betriebssystem erfährt, legt er sich dieses sofort zu. Das System spricht mit ihm, reagiert verständnis- und liebevoll auf seine Worte und schon bald beginnt Theodore, sich in die Stimme und das System zu verlieben …

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Schon nach den ersten Minuten wurde mir klar, dass „Her“ ein Film wird, den ich lieben würde. Und ich habe mich nicht getäuscht. Spike Jonzes Zukunfts-Liebes-Drama ist schlichtweg genial. Die Stimmung, die Jonze schafft, ist der absolute Wahnsinn. Jonze, Ehemann von Sofia Coppola, legte bereits mit dem grandiosen „Being John Malkovich“ einen nicht alltäglichen Film vor. Mit „Her“ übertrifft er sich aber sogar selbst. Was wie eine Zukunftsvision erscheint, könnte in ein paar Jahren bereits erschreckende Realität sein. Wie Jonze diese tragische Cyberspace-Lovestory umgesetzt hat, ist schwer zu erfassen, denn man meint tatsächlich, Zeuge einer wahren Geschichte zu sein.

Joaquin Phoenix legt eine oscarreife Schauspielerleistung hin, die unvergesslich bleibt. Seine Darstellung eines einsamen, verzweifelten Mannes auf der Suche nach einer perfekten Liebe ist unglaublich intensiv und glaubwürdig. Für mich ist diese Rolle der bis jetzt unübertreffliche Höhepunkt seiner Karriere. Ich konnte mich an seiner Darstellung überhaupt nicht sattsehen, so gefühlvoll und echt war sie. Überhaupt hatte das ganze Szenario einen Reiz, dem ich mich nicht entziehen konnte.
Melancholisch, herzerweichend und irgendwie auch todtraurig wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich in die Stimme eines Betriebssystems verliebt. Jonzes Film zeigt, dass Liebe durchaus auch körperlos existieren kann. Es ist eine philosophische Gratwanderung, die „Her“ darstellt, und nicht jeder wird diese Art Liebeserklärung mögen. Für mich war dieser Streifen eine Art Lebenserfahrung, die man schwer erklären kann. „Her“ muss man einfach gesehen haben! Dieses tragische Dystopie-Liebesdrama ist eines der intelligentesten der letzten Jahre. Die Zukunft, die Jonze zeigt, ist nur noch ein paar Schritte von uns entfernt und wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir Menschen tatsächlich den Bezug zu wahrer Liebe und flüchten uns in die vermeintliche „Wärme“ eines Betriebssystems.

„Her“ weckt Emotionen, mit denen man bei der Thematik dieses Films nicht rechnet. Unweigerlich wird der Zuschauer, der sich auf dieses Spiel einlässt, von einer tiefen Melancholie erfasst, die traurig und irgendwie glücklich zugleich macht. „Her“ ist ein unvergessliches, unvergleichliches und beeindruckendes Erlebnis, das abseits des Mainstream zeigt, wie gute Filme mit hervorragender Schauspielerei auszusehen haben.

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Fazit: Eine emotional wuchtige Lebenserfahrung voller Melancholie und Liebessehnsucht. Eindeutig Joaquin Phoenix‘ bisheriger Karriere-Höhepunkt. Seine Darstellung ist grandios.

© 2015 Wolfgang Brunner

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