Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986)

stand by me

Originaltitel: Stand By Me
Regie: Rob Reiner
Drehbuch: Bruce A. Evans, Raynold Gideon
nach einer Kurzgeschichte von Stephen King
Kamera: Thomas Del Ruth
Musik: Jack Nitzsche
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Wil Wheaton, River Phoenix, Corey Feldman, Jerry O’Connell, Kiefer Sutherland, Casey Siemaszko, John Cusack, Richard Dreyfuss
Genre: Abenteuer, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 6 Jahre

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Vier Jungs im Alter zwischen 11 und 13 Jahren machen sich auf den Weg, um die Leiche eines vermissten Teenagers zu suchen.  Sie hoffen Helden zu werden, wenn sie erfolgreich sind. Als sie sich auf eine zweitägige Wanderung aufmachen, entwickelt sich der Trip immer mehr zu einer Reise in die Erwachsenenwelt.

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Rob Reiners Ausflug in eine glückliche und abenteuerliche Kindheit nach einer Kurzgeschichte von Stephen King hat auch nach fast 30 Jahren nichts von seinem Reiz verloren. Auf hypnotische Weise wird der Zuschauer schon nach den ersten Minuten verzaubert und in eine Welt geworfen, wie sie sich ein jeder von uns zurückwünscht und vielleicht in seiner Kindheit sogar gehabt hat. Mit einer unglaublichen Intensität wird die Geschichte einer Freundschaft von vier Kindern erzählt, die sich an der Grenze zur Jugend und zum Erwachsensein befinden.

Ganz vortrefflich sind die verschiedenen Charaktere der Schauspieler ausgewählt, die allesamt überzeugen und die der Zuschauer ins Herz schließen muss. Allen voran brilliert Wil Wheaton in seiner Rolle als Gordie Lachance, weil er zwar kindlich naiv und dennoch auf gewisse Art und Weise auch schon sehr erwachsen wirkt. Bereits ein Jahr nach „Stand By Me“ konnte er in seiner Rolle als Wesley Crusher an der Seite von Captain Picard (dargestellt von Patrick Stewart) in der Serie „Star Trek – The Next Generation“ erneut sein Können unter Beweis stellen. Corey Feldman überzeugt mit seiner witzigen und professionellen Art ebenso wie River Phoenix. Jerry O’Connell wirkt äußerst sympathisch und passt hervorragend in die Gruppe.

Rob Reiner erweckt in seinem Abenteuerfilm Erinnerungen an eine glückliche Kindheit, die fast schon wehtut. Man fühlt sich fast selbst wieder zurückversetzt in jenes Alter, in dem ein Ausflug in den Wald ein Abenteuer bedeutete. Reiner hat aus meiner Sicht einen zeitlosen Klassiker geschaffen, der auf jeden Fall zu einer der besten Stephen King-Verfilmungen zählt. Allerdings steht hier nicht Horror im Vordergrund (wenn man von der gruseligen Vorstellung einmal absieht, eine Leiche im Wald zu suchen und auch zu finden), sondern eher eine nostalgische Reise in ein Alter, in dem man die Welt noch mit den Augen eines Kindes sieht, sich aber dennoch erwachsen fühlt. Und genau diese Stimmung hat Rob Reiner hervorragend in seinem Film eingefangen.

„Stand By Me“ kann man sich immer wieder ansehen und die Tatsache, den jungen River Phoenix auf einem weiteren Schritt zum Höhepunkt seiner Karriere zuzusehen, macht den Film noch sehenswerter, als er ohnehin schon ist. Richard Dreyfuss‘ kurzer Auftritt als in die Jahre gekommener Gordie Lachance, der die Geschichte von damals jetzt als Schriftsteller erzählt, hat mich schon damals beeindruckt und das ist auch bis heute so geblieben.

Rob Reiners atmosphärisch dichter Kindheitstraum, der im Jahr 1959 spielt, wirkt vor allem in der heutigen Zeit wie ein wehmütiger Rückblick in eine Zeit, in der Spielen noch draußen im Freien stattfand und nicht an Computerkonsolen.

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Fazit: Melancholisch und verklärt erzählt Rob Reiner eine Geschichte über Freundschaft, Abenteuer und das Erwachsenenwerden. „Stand By Me“ ist ein zeitloser, nostalgischer Klassiker.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers (1986)

  1. Neben den wundervollen Bildern, gespickt mit guten 60er Jahre Songs gefielen mir die Dialoge zwischen den Jungs unheimlich gut. Da ist ein Junge, der aus einer Familie stammt, die einen solch schlechen Ruf hat (River Phoenix), dass eigentlich ein Schei““leben vorprogrammiert ist und genau dieser spricht mit seinem Freund auf so warme, ehrliche, motivierende Weise, dass es mir einen Kloß in den Hals trieb. Neben den vier Jungs, die unterschiedlicher nicht sein konnten, gefiel mir aber auch Kiefer Sutherland als halbstarkes Oberar$$loch richtig gut ;-). Optisch gleich seinem Auftritt in „The Lost Boys“, kam der Charakter auch nahe. Er ist so ätzend, dass man ihm pausenlos eine reinhauen möchte!
    Ich war begeistert von dem Film!

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