Blue Ruin (2013)

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Originaltitel: Blue Ruin
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
Kamera: Jeremy Saulnier
Musik: Brooke Blair, Will Blair
Laufzeit: 94 Minuten
Darsteller: Macon Blair, Devin Ratray, Amy Hargreaves. Kevin Kolack, Eve Plumb, David W. Thompson, Brent Werzner
Genre: Drama, Thriller,
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Als Dwight Evans erfährt, dass der Mörder seiner Eltern wieder auf freiem Fuß ist, macht er sich kurzerhand auf den Weg, um sich an dem Täter zu rächen. Doch so einfach, wie Dwight sich das gedacht hat, ist es leider nicht …

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„Blue Ruin“ ist verstörend, erschreckend, melancholisch und unglaublich spannend. Macon Blair in der Hauptrolle schlägt den Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann und läßt ihn 90 Minuten lang nicht mehr los. Jeremy Saulnier hat nach seinem zwar ganz netten, aber eher doch schwachen Debüt „Murder Party“, einen Rachethriller abgeliefert, der es in sich hat. Tatsächlich fühlt man sich manchmal an Filme von Quentin Tarantino oder den Coen-Brüder erinnert, aber Saulnier macht es meiner Meinung nach sogar noch besser.

Die Art der Inszenierung, die im Grunde genommen sehr ruhig ist, baut eine unglaubliche Spannung auf. Die blutigen Gewaltdarstellungen lassen sich zwar an einer Hand abzählen, sind aber dermaßen zielsicher und schockierend überraschend eingesetzt, dass es einem den Atem verschlägt. „Blue Ruin“ hat sich für mich einen festen Platz in der Riege so genialer Ausnahmefilme wie „To Kill A Man“, „Child Of God“ oder „The Rover“ erobert.
Macon Blair spielt grandios einen verzweifelten Mann, der den Mord an seinen Eltern rächen will und Selbstjustiz ausübt. Seine darstellerische Leistung kombiniert mit der hervorragenden Regie ergibt ein Independent-Meisterwerk, das sich hinter Großproduktionen nicht nur nicht verstecken muss, sondern besser als so mancher teure Blockbuster ist. Komischerweise ist seine darstellerische Leistung als Bartträger weitaus beeindruckender als mit glattem Gesicht, wo die Mimik nicht mehr die gleiche Intensität hat.
Düster und ausweglos wird der Spannungsbogen immer weiter in die Höhe geschraubt, bis er in einem blutigen Finale endet.

Wer sich Gedanken über den Titel machen sollte: Dwaight macht sich in seinem alten Wagen, das fast schon ein Wrack ist, auf den Weg, den Mörder seiner Eltern zu rächen. Mit „Blue Ruin“ (Blaue Ruine) ist also der blaue Schrottwagen des Protagonisten gemeint. 😉

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Fazit: Unglaublich intensiv von Macon Blair gespielter Selbstjustiz-Thriller, der den blutigen Rachefeldzug eines verzweifelten Mannes schildert. Regisseur Jeremy Saulnier sollte man sich merken.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Blue Ruin (2013)

  1. Pingback: Murder Party (2007) | Film-Besprechungen

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