Camp Evil (2014)

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Originaltitel: Welp
Regie: Jonas Govaerts
Drehbuch: Jonas Govaerts, Roel Mondelaers
Kamera: Nicolas Karakatsanis
Musik: Steve Moore
Laufzeit: 85 Minuten
Darsteller: Maurice Luijten, Stef Aerts, Titus De Voogdt, Evelien Bosmans, Jan Hammenecker, Gill Eeckelaert
Genre: Horror
Produktionsland: Belgien
FSK: ab 18 Jahre

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Eine Pfadfindergruppe unternimmt einen Ausflug in die Wälder. Mit dabei ist der 12-jährige Sam, der sich immer ein wenig abseits der Gruppe bewegt. Schon in der ersten Nacht bemerkt er, dass irgendetwas in dem Waldstück nicht stimmt: Ein agressiver kleiner Junge mit einer Holzmaske beobachtet die Kinder und hat auf dem gesamten Gelände tödliche Fallen verteilt. Sam versucht, die anderen zu warnen, aber keiner glaubt ihm. Die Nacht bricht an und eine gnadenlose Auseinandersetzung zwischen den Pfadfindern und der seltsamen Kreatur beginnt …

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Der teilweise durch Crowdfunding produzierte Slasher „Camp Evil“ bringt letztendlich nicht viel Neues auf die Leinwand, dennoch ist er auf jeden Fall einen Blick für Genrefreunde wert. Alleine der Einstieg vermittelt einem das Gefühl, eine Zeitreise in die 80er Jahre zu machen. Der Ort, an dem sich das Ganze abspielt, lässt einen an „Freitag, der 13.“ oder andere Perlen dieses Genres denken.

Was dann doch, zumindest kurzzeitig, neu war, ist die Entwicklung, dass sich der Antagonist (das mit einer Maske verhüllte, „böse“ Kind) irgendwie als bemitleidenswert herausstellt. Das fand ich sehr gut und auch, wie sich da eine Freundschaft zwischen dem vermeintlich guten und bösen Jungen anbahnt. Denn, wie sich herausstellt, haben beide nicht nur böse und gute Seiten, sondern auch die jeweils andere in sich. Das hat den Film über weite Strecken sehr ansprechend und unterhaltsam gemacht.

Die im Wald versteckten Fallen erinnerten an „Saw“, waren aber bei weitem nicht so blutig und oft vertreten. Für viele mag „Camp Evil“ langweilig wirken, gerade aufgrund der nicht so zahlreich vertretenen Gore-Szenen, wer aber genauer hinsieht, findet eine gar nicht mal so schlechte Handlung vor. Leider wird diese aber im letzten Drittel von gängigen Klischees des modernen Backwood-Slasher-Films wieder zunichte gemacht. Nicht, dass das Ende schlecht wäre, aber es hebt sich einfach nicht mehr von anderen Genrebeiträgen ab und macht die schöne Stimmung kaputt.

Die Darsteller sind durchwegs überzeugend und fügen sich hervorragend in das 80er-Jahre-Bild ein. Besonders hervorzuheben ist die geniale Musik von Steve Moore, dessen Klänge teilweise an Tangerine Dream und auch John Carpenter erinnern. Gerade durch diese stimmige Musikuntermalung gelingt dem belgischen Regisseur Jonas Govaerts ein toller Ausflug in die „Goldene Ära“ des Horrorfilms der 80er Jahre.

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Fazit: Old School Horror, der auf den Spuren von „Freitag, der 13.“ wandelt und in der ersten Hälfte sogar noch fast schon eine innovative Richtung einnimt, gegen Ende hin aber das gängige Backwood-Slasher-Klischee bedient. Der Musik von Steve Moore sollte man unbedingt ein Ohr schenken.

© 2015 Wolfgang Brunner

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