The Drop – Bargeld (2014)

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Originaltitel: The Drop
Regie: Michaël R. Roskam
Drehbuch: Dennis Lehane
Kamera: Nicolas Karakatsanis
Musik: Marco Beltrami
Laufzeit: 106 Minuten
Darsteller: Tom Hardy, Noomi Rapace, James Gandolfini, Matthias Schoenaerts, John Ortiz, Elizabeth Rodriguez, Michael Aronov, Morgan Spector
Genre: Krimi, Thriller, Drama
Produktionsland: vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Bob Saginowski arbeitet in der Bar seines Cousins Marv. Hin und wieder werden solche Kneipen von der tschechischen Mafia als sogenannte „Money Drops“ benutzt, um schmutziges Geld zu deponieren. Eines Tages trifft es Marvs Bar, was an sich nicht weiter schlimm wäre. Doch am Ende des Abends wird die Bar überfallen und das deponierte Geld gestohlen. Bob und Marv finden sich plötzlich im Kreuzfeuer der Mafia, die das gestohlene Geld von ihnen zurückfordert.

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Dennis Lehanes Art, Geschichten zu erzählen, ist unglaublich intensiv. Das hat er schon mit „Shutter Island“, „Mystic River“ und „Gone Baby Gone“ eindrucksvoll bewiesen. „The Drop“ ist nun ein weiterer genialer Wurf, der diesen Weg auf gleichem Niveau fortsetzt. Dass in diesem Falle aber Lehane selbst das Drehbuch nach seiner eigenen Kurzgeschichte verfasst hat, ist ein absoluter Glücksgriff. In einer für Krimis und Thriller völlig untypischen Art wird die Geschichte vollkommen ruhig in Szene gesetzt und zeigt dadurch weitaus mehr Spannungspotential als eine actionreichere Inszenierung. Die ruhigen, menschlichen Zwischentöne und die unspektakuläre Erzählweise machen „The Drop“ zu einem Ausnahme-Thriller.

Michaël R. Roskam schafft eine unglaubliche Atmosphäre in seinem zweiten Langfilm, an die man sich noch lange erinnert. Tragende Rollen dabei haben sicherlich die beiden charismatischen Hauptdarsteller inne, die jeweils eine hervorragende Charakterzeichnung der Figuren, die sie spielen, abliefern und sichtlich Freude an ihrem Agieren haben. Tom Hardys treuherzige Dackelblicke, die sich im genau richtigen Moment in einen kaltblütigen Killerausdruck verwandeln, sind faszinierend. Ebenso brilliert aber auch James Gandolfini in seiner letzten Rolle und versprüht Charme und Gerissenheit in gleichem Maße. Das macht einfach Spaß, den beiden zuzusehen.

Die verzwickte Handlung steigert sich in einem stetig wachsenden Spannungsbogen, obwohl -wie oben bereits erwähnt- der Actionanteil bis aufs Äußerste minimiert ist. Aber vielleicht ist es genau das, was „The Drop“ zu einem besonderen Film macht, der seine Spannung nicht aus explodierenden Gebäuden und Autos zieht, sondern eher in einer unterschwelligen Bedrohung, die die beiden Protagonisten exzellent mit ihrem Spiel einfangen und den Zuschauer damit hypnotisieren.

„The Drop“ könnte tatsächlich einer meiner Lieblings-Thriller werden, denn die ruhige Erzählweise des Regisseurs, die im Nachhinein sogar oftmals melancholisch wirkt,  erinnert stark an die  Verfilmung der Lehane Stoffe „Mystic River“ durch Clint Eastwood und „Gone Baby Gone“ von Ben Affleck. Der Unterschied liegt aber in den Darstellern, die bei „The Drop“ einfach umwerfend sind.

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Fazit: Inszenatorischer Ausnahme-Thriller, der sehr ruhig eine Geschichte erzählt, die dennoch absolut spannend ist. James Gandolfini glänzt in seiner letzten Rolle neben Tom Hardy und stimmt einen dadurch umso trauriger, dass der charismatische Schauspieler so früh die (Film-)Welt verlassen hat.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “The Drop – Bargeld (2014)

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