Exodus – Götter und Könige (2014)

exodus

Originaltitel: Exodus: Gods And Kings
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Adam Cooper, Bill Collafe, Jeffrey Caine, Steven Zaillan
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Alberto Iglesias
Laufzeit: 150 Minuten
Darsteller: Christian Bale, joel Edgerton, John Turturro, Aaron Paul, Ben Mendelsohn, Maria Valverde, Sigourney Weaver, Ben Kingsley, Isaac Andrews
Genre: Action, Abenteuer, Drama
Produktionsland: Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Spanien
FSK: ab 12 Jahren

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Moses widersetzt sich dem Pharao Ramses, mit dem er wie ein Bruder aufgewachsen ist, um seine Landsleute aus der Sklaverei und dem von Plagen heimgesuchten Ägypten in eine neue Zukunft zu führen.

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Ridley Scott ist und bleibt ein Garant für hochwertiges Unterhaltungskino. „Exodus: Götter und Könige“ beweist dies aufs Neue. Es ist schon erstaunlich, wie geschickt Scott einen „alten“ Historienschinken in neuem Gewand serviert. Seine Moses-Interpretation wirkt wie Cecil B. DeMills „Die zehn Gebote“ Mitte der Fünfziger oder Joseph L. Mankiewicz’s „Cleopatra“ Anfang der Sechziger Jahre, wären da nicht die umwerfenden, atemberaubenden Computereffekte, die dem Abenteuer einen zeitgemäßen (perfekten) Touch geben. Leider wurde am Ende ein wenig übertrieben, wenn das Wasser wieder zurückkommt. Das hat mir persönlich nicht so gefallen, aber das ist einfach Geschmackssache. Das Publukim will heutzutage was für sein Geld sehen, also wird es in dieser Hinsicht schlicht bedient. Etwas mehr Zurückhaltung in diesen Szenen hätte dem Film deutlich mehr Realitätsnähe verschafft. Aber man kann darüber hinwegsehen, denn ansonsten ist der Film nahezu perfekt.
Ridley Scott versteht sein Handwerk, da kann einer sagen, was er will, und wenn er dann noch so erstklassige Schauspieler wie Christian Bale und Joel Edgerton um sich schart, kommt eben ein episches, atemberaubendes Ergebnis zustande.

„Exodus: Götter und Könige“ ist einerseits bombastisch, pathetisch und prunkvoll. Andererseits aber auch sehr menschlich, intim und gefühlvoll. Besser kann Unterhaltungskino gar nicht sein und trotz einer Vielzahl an Spezialeffekten liegt das Hauptaugenmerk auf den Schauspielern und ihrem Können. Christian Bale ist wie immer erstklassig und verleiht der Figur des Moses sehr sympathische und menschliche Züge. Seine Interpretation des biblischen Propheten, der im Auftrag Gottes das israelische Volk aus der ägyptischen Sklaverei ins Land Kanaan führt, wirkte auf mich als eine der gelungensten in der Filmgeschichte. Da wurde nichts verklärt oder beschönigt, sondern ein „normaler Mann“ auf beeindruckende menschliche Weise dargestellt. Desweiteren kümmert sich Ridley Scott nicht wirklich um die religiöse Seite der Geschichte, sondern erzählt von der Freundschaft und Rivalität Moses‘ und Ramses‘. Und er zeigt die Unsicherheit von Moses in Bezug auf die Gotteserscheinung (die Scott absolut brillant umsetzte). Das hatte schon was von Ken Russell-Filmen oder Martin Scorseses „Die letzte Versuchung Christi“.

Die Filmmusik von Alberto Iglesias ist unglaublich stimmig und erinnert in seinem monströsen Bombast tatsächlich an alte Mammut-Produktionen, der aber auch die leisen Zwischentöne nicht fehlen.
„Exodus: Götter und Könige“ ist ganz großes Kino!

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Fazit: Bombastisch, spektakulär und dennoch ruhig und melancholisch. Ridley Scotts Moses-Epos ist ganz großes Kino mit beeindruckenden Schauspielern, atemberaubenden Effekten und einer unglaublich guten Filmmusik.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Exodus – Götter und Könige (2014)

  1. Ich bin anderer Ansicht. Klar, die Bilder sind bombastisch, aber auf der narrativen Ebene passiert nichts. Die Figuren wirken eindimensional. Es wird kein Raum gelassen für Fragen oder Zweifel. Moses erfährt, dass er ein Hebräer ist. Moses’ Reaktion: “Aha, okay, danke für die Info.” Moses erfährt, das er verbannt wird. “Aha, kein Ding, tschüsschen.” Moses lernt seinen Bruder kennen. “Gut zu wissen.” Moses wird von Gott besucht. “Ich soll also in den Krieg ziehen und mein Leben aufs Spiel setzen, ja natürlich, gern.” Und so funktioniert der gesamte Film. Da hat mir Scotts neuster Streich, DER MARSIANER, besser gefallen.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/01/21/exodus-gods-and-kings-3d-2014/
    Hier meine Review zum Marsianer: https://filmkompass.wordpress.com/2015/10/13/the-martian-3d-2015/

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