Lucy (2014)

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Originaltitel: Lucy
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson
Kamera: Thierry Arbogast
Musik: Eric Serra
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Scarlett Johansson, Morgan Freeman, Choi Min-sik, Analeigh Tipton, Amr Waked, Pilou Asbæk, Claire Tran, Mason Lee
Genre: Action, Science Fiction
Produktionsland: Frankreich
FSK: ab 12 Jahren

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Die Studentin Lucy soll eine neue Droge von Taipeh nach Europa schmuggeln. Dabei wird ihr von den Verbrechern ein Beutel mit der Droge in den Bauch implantiert. Durch einen Unfall gerät die Substanz in Lucys Blutkreislauf und löst eine wahre Explosion in ihren Gehirnzellen aus. Lucy entwickelt sich durch die Überdosis immer mehr zu einem Supermenschen, der plötzlich bis zu hundert Prozent seines Gehirns benutzen kann. Und Lucy sinnt auf Rache …

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Luc Bessons neuer Film ist visuell beeindruckend, keine Frage. Besson legt hier auch gerade am Anfang sehr viel Wert auf künstlerische Elemente. Die Gegenüberstellung von Jägern und Gejagten in der Menschen- und Tierwelt ist wirklich atemberaubend. Das hebt „Lucy“ schon einmal von den gängigen Actionfilmen ab. Ein weiterer Punkt ist die manchmal fast schon philosophische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Ich, die unter anderem in melancholischen Erinnerungen an eine weit entfernte Kindheit, überwältigenden Emotionen der eigenen Seele und einer allumfassenden Gesamtheit aller Menschen Ausdruck findet. Auch die entfernt an den Film „Die Zeitmaschine“ und den SF-Roman „Zeitschiffe“ von Stephen Baxter erinnernden Szenen, in denen „Lucy“ bis an den Anfang der Existenz zurückgeht, verschlagen dem für derartige Offenbarungen offenen Zuschauer den Atem.
Das hätte ich von einer solchen Produktion ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Doch vielen Zusehern werden diese geballten Gefühlsmomente wahrscheinlich gar nicht auffallen, denn Besson legt sein Hauptaugenmerk dann doch schließlich auf eine superb gestaltete Actionhandlung.

Scarlett Johansson schafft es wieder einmal, mich vollkommen in ihren Bann zu ziehen. Die Rolle der Lucy ist ihr wie auf den Leib geschnitten und wird absolut glaubhaft von ihr dargestellt. Morgan Freeman spielt gewohnt souverän und kann ebenfalls begeistern.
Eric Serras Soundtrack passt wie bei allen Besson-Filmen perfekt zu den gezeigten Bildern.

Aber bei aller Begeisterung hätte ich mir einfach noch mehr Tiefgang gewünscht und einen Hauch weniger Action, denn durch die, zwar durchaus sehenswerten, Spannungseinschübe verliert das faszinierende Thema über die Kapazität des menschlichen Gehirns leider an Intensität. Das hätte man schlichtweg besser machen können. Aber wahrscheinlich wäre dann ein Erfolg an den Kinokassen ausgeblieben, so dass sich Regisseur Besson aus diesem Grund für einen massentauglicheren Pliot entschieden hat. Auch wenn der Vergleich hinkt, so hat mich Johanssons Agieren dennoch oft an den fantastischen „Under The Skin“ erinnert und hätte Besson eine ähnliche Richtung eingeschlagen, wäre mit Sicherheit ein weitaus philosophischerer Film zustande gekommen.

Dennoch: Trotz meiner Mäkelei auf hohem Niveau sollte man sich „Lucy“ unbedingt ansehen. Denn der Thriller ist eindeutig eine Innovation in Sachen Science Fiction-Action und die sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Fazit: Visuell atemberaubend mit philosophischem Touch hebt sich „Lucy“ von gängigen Action-Filmen wohltuend ab.

© 2015 Wolfgang Brunner

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