Eddie – The Sleepwalking Cannibal (2012)

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Originaltitel: Eddie
Regie: Boris Rodriguez
Drehbuch: Boris Rodriguez
Kamera: Philippe Kress
Musik: David Burns
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Thure Lindhardt, Georgina Reilly, Dylan Smith, Alain Goulem, Paul Braunstein, Stephen McHattie, Peter Michael Dillon, Alexis Maitland
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Kanada, Dänemark
FSK: ab 16 Jahren

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Dem Maler Lars Olafsen fehlt schon seit Jahren die Inspiration, daher hat er schon lange kein gutes Bild mehr auf die Leinwand gebracht. Um wieder kreativ zu werden, nimmt er sich eine Auszeit und beginnt, an der Kunstakademie von Koda Lake als Lehrer zu unterrichten. Dabei begegnet er dem traumatisierten und stummen Eddie, der in der Nacht schlafwandelt und dabei Tiere niedermetzelt, um sie zu verspeisen. Lars wird von den blutigen Zwischenfällen plötzlich inspiriert und die beiden ungleichen Männer gehen eine skurrile Symbiose ein.

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„Eddie“ ist ein erfrischender Ausnahmefilm in Sachen Horrorkomödie. Schon alleine die Ausgangssituation verspricht einen interessanten Beitrag in Sachen Genrevermischung. Und man wird nicht enttäuscht. Zielsicher beschreitet Rodriguez in seinem Debütfilm den Grat zwischen sarkastischer Ironie und blutigem Gemetzel und fällt dabei niemals auf eine bestimmte Seite. Das gekonnt inszenierte Drama bietet harten Horror, sozialkritische Momente, witzige und skurrile Ideen und sogar einen Touch einfühlsames Drama. Rodriguez gelingt dieser Mix  wirklich gut und man vergisst teilweise tatsächlich, welches Genre man gerade sieht. Aber genau das ist es, was den Film so kurzweilig macht.

Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache gut und im Laufe des Films steigt der Sympathiewert konstant höher. Diese außergewöhnliche Männerfreundschaft funktioniert.
Alain Goulem als Harry erinnert verblüffend an Richard Dreyfuss in seiner besten Zeit. Goulems Mimik (und irgendwie auch sein Aussehen 😉 ) ist dem von Dreyfuss wirklich erschreckend täuschend ähnlich.

Die Idee, wie die blutigen Morde des schlafwandelnden Eddie zu einer Inspiration des Malers werden, finde ich innovativ und glaubhaft umgesetzt. Das nenne ich mal eine andere Art von Muse für einen Künstler.
„Eddie“ ist ein netter Zeitvertreib, der nicht nur mit einer gelungenen Handlung unterhält, sondern auch sympathische Darsteller und tolle (Landschafts-) Aufnahmen vorzuweisen hat. Der Anteil von Komödie und Splatterhorror hält sich die Waage. Dadurch fühlt man sich bestens unterhalten. Man kann gespannt sein, was Regisseur Boris Rodriguez uns in der Zukunft noch präsentieren wird. Einen Pluspunkt hat er für mich jetzt schon: Es scheint, als kümmere er sich nicht besonders um konventionelle Mainstream-Plots.

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Fazit: Herrlich schräg, lustig und blutig. Rodriguez‘ Genremix klappt hervorragend. Freunde außergewöhnlicher Filme sollten auf jeden Fall zugreifen.

© 2015 Wolfgang Brunner

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