Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

deliverance

Originaltitel: Deliverance
Regie: John Boorman
Drehbuch: James Dickey
nach seiner eigenen Romanvorlage
Kamera: Vilmos Zsigmond
Musik: Eric Weissberg
Laufzeit: 109 Minuten
Darsteller: Jon Voight, Burt Reynolds, Ned Beatty, Ronny Cox, Bill McKinney, Billy Redden
Genre: Abenteuer, Thriller, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahren

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Vier Großstädter wollen mit dem Kanu einen reißenden Fluß bezwingen. Doch aus ihrem Wochenend-Ausflug wird bald ein grauenvoller Höllentrip.

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Auf kongeniale Weise hat sich Regisseur John Boorman in seiner Verfilmung dem Geist des Abenteuerbuchs „Flußfahrt“ von James Dickey genähert. Von Anfang an schwelt hier das drohende Unglück über den Protagonisten und hinterlässt neben dem perfekten Abenteuergefühl ein unangenehmes Bauchgrummeln. Wer das Buch kennt, weiß, was ihn erwartet, alle anderen werden in einen schrecklichen Strudel brutalen Grauens gerissen, der wie aus heiterem Himmel die Idylle des Männerwochenendes zerstört. Die unterschwellige Bedrohung ist während des ganzen Intros spürbar, das ist schon wirklich alles grandios in Szene gesetzt.

Was Boorman besser beziehungsweise schrecklicher gestaltet hat, ist der Auslöser des ganzen Schreckens. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber wie die Situation in etwa der Mitte des Films außer Kontrolle gerät, brennt sich ins Hirn des Zuschauers und die nachfolgenden Bilder erscheinen wie aus einem grauenhaften Alptraum. Da wird einem bewusst, wie schrecklich die Realität von einer Sekunde auf die andere werden kann. Ned Beatty zeigt sich in seiner Rolle als Bobby beeindruckend mutig. Ich persönlich finde, dass Beatty in „Beim Sterben ist jeder der Erste“, seinem Debütfilm, die beste Performance seiner langen und erfolgreichen Schauspielerkarriere lieferte.

Boormans Klassiker ist einer der beeindruckendsten Abenteuerfilme mit psychologischen Hintergrund. Neben Ned Beatty glänzt Jon Voight in seiner Rolle und spielt den heimlichen Hauptdarsteller Burt Reynolds sogar an die Wand, wie ich finde. Unglaublich stimmig, ruhig und atmosphärisch wird die Geschichte des Romans erzählt und schockt, wenngleich auf etwas andere Art wie die literarische Vorlage, ungemein. „Beim Sterben ist jeder der Erste“ ist Kult. Der kurze Auftritt des Schriftsteller James Dickey, von dem die Vorlage stammt, als ermittelnder Sheriff Bullard ist noch eine nette Überraschung.

Nicht unerwähnt möchte ich noch das fantastische Musikstück „Dueling Banjos“, eine für den Film von Eric Weissberg und Steve Mandel arrangierte, alte Melodie, lassen. Die dazugehörige Szene ist und bleibt unvergesslich.

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Fazit: Düstere und packende Verfilmung des Kultromans von James Dickey. Ned Beatty glänzt in seiner, meiner Meinung nach, besten Rolle seiner Karriere. „Beim Sterben ist jeder der Erste“ ist ein perfekt inszenierter Abenteuerfilm, dessen Bilder auch nach vielen Jahren unvergesslich bleiben.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)

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