Mother (2009)

mother

Originaltitel: 마더 (Madeo)
Regie: Bong Joon-ho
Drehbuch: Bong Joon-ho, Park Eun-kyo
Kamera: Hong Kyeong-pyo
Musik: Lee Byung-woo
Laufzeit: 128 Minuten
Darsteller: Kim Hye-ja, Won Bin, Jin Ku, Yoon Jae-moon
Genre: Thriller
Produktionsland: Südkorea
FSK: ab 12 Jahren

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Der 28-jährige Do-joon lebt ein ruhiges und beschauliches Leben zusammen mit seiner Mutter. Eines Tages wird ein Mädchen ermordet und Do-joon aufgrund fadenscheiniger Beweise mit der Tat in Verbindung gebracht. Verzweifelt kämpft seine Mutter darum, seine Unschuld zu beweisen. Sie beginnt selbst, an dem Fall zu ermitteln und stößt dabei auf ein Geheimnis, das sie besser nicht erfahren hätte …

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„Mother“ wird von der Frankfurter Rundschau als „Psychothriller zwischen Hitchcock und Lynch“ angepriesen. Ganz so sehe ich das nicht, denn dafür ist Joon-hos Regiestil zu eigenwillig und selbständig. Aber die Entwicklung der Geschichte, die sich von einem ruhigen Familiendrama in einen spannenden Psychothriller verwandelt, zeigt schon gewisse Ansätze, die an die beiden obigen Regisseure erinnern.

Kim Hye-ja spielt ihre Rolle als kämpfende Mutter hervorragend und hat aus meiner Sicht berechtigt einige Preise für ihre Darstellung eingeheimst. Aber auch die anderen Schauspieler agieren sehr professionell und überzeugend.

In teils wunderschönen Bildern erzählt Joon-ho eine geradlinige Story, die sich im Laufe des Films immer mehr von einem „einfachen“ Justizfilm in ein blutiges Rachedrama entwickelt, das es wahrlich in sich hat. Gerade gegen Ende werden verstörende Bilder gezeigt, die meines Erachtens eine FSK-Freigabe von 16 Jahren erfordert hätten. Zwölfjährige werden das Ausmaß dieses Dramas mit Sicherheit nicht verstehen. Aber so sind die FSK-Leute nun mal: nicht zu verstehen! Der bildgewaltige Film verbindet auf faszinierende Weise verschiedene Genre-Arten zu einem einzigartigen, im Gedächtnis haftenbleibenden Erlebnis. Sowohl darstellerisch, als auch inszenatorisch beeindruckt „Mother“ noch zusätzlich mit verträumt wirkenden Bildkompositionen, die stimmungsvoll aber auch finster wirken.

Geradezu meisterhaft und unterschwellig vermittelt der Regisseur den Weg einer Frau, deren verzweifelter und konsequenter Mutterinstinkt, ihren Sohn zu beschützen, in eine radikale, mörderische Obsession umschlägt, die schockiert.
Das Ende hat mich stark an den unglaublich ausdrucksstarken Film „The Living And The Dead“ von Simon Rumley erinnert.
„Mother“ ist auf jeden Fall ein absolut sehenswertes Psychodrama.

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Fazit: Gekonnter Genremix aus Familiendrama, Psychothriller und Selbstjustiz-Krimi. In schönen Bildern wird eine Geschichte erzählt, die einem nahegeht.

© 2015 Wolfgang Brunner

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