Pro-Life (2009)

pro life

Originaltitel: Pro-Life
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Drew McWeeny & Scott Swan
Kamera: Attila Szalay
Musik: Cody Carpenter
Laufzeit: 57 Minuten (uncut)
Darsteller: Ron Perlman, Emmanuelle Vaugier, Caitlin Wachs, Mark Feuerstein, Biski Gugushe, Jeremy Jones, Lisa Bunting
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Kanada
FSK: keine Jugendfreigabe

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Dwayne ist gnadenloser Abtreibungsgegner und tyrannisiert die Klinik des Arztes Dr. Kiefer solange, bis er sich sogar per Gerichtsbeschluss nicht mehr dem Gebäude nähern darf. Als dann aber seine Tochter schwanger in die Klinik eingeliefert wird und angeblich sogar ein Kind des Teufels erwartet, schert sich Dwayne nicht länger um die Verbote. Zusammen mit seinen drei Söhnen stürmt er das Gebäude, um seine Tochter herauszuholen.

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Als Teil der von Mick Garris produzierten Horror-Serie „Masters Of Horror“ präsentiert Kultregisseur John Carpenter einen abgefahrenen, teils fast schon geschmacklosen Trip, der aus der Feder von H.P. Lovecraft stammen könnte.
Alleine durch die Musik von Sohnemann Cody Carpenter kommt desöfteren eine Stimmung aus den alten Carpenter-Filmen auf. Die Atmosphäre von „Pro-Life“ erinnert sehr entfernt und mit gutem Willen an „Assault – Anschlag bei Nacht“ (Alernativtitel: „Das Ende“) oder auch „Das Ding aus einer anderen Welt“.

Neu ist, dass Carpenter sich in dieser Uncut-Version seines „Master Of Horror“-Beitrages voll austobt und anscheinend keine Rücksicht auf guten Geschmack nimmt. Einige Einstellungen nähern sich nämlich gefährlich der Grenze zur Geschmacklosigkeit oder übertreten sie sogar. Ich persönlich fand die Inszenierung nicht die schlechteste, auch wenn sie an die Kultwerke des Regisseurs nicht heranreicht, und fühlte mich tatsächlich oft an „alte Zeiten“ erinnert. Ganz so  verlernt, wie viele sagen, hat es Carpenter meiner Meinung nach doch nicht.

Nun aber zu einem Negativpunkt, der mir aufgestossen ist: Die Creature-Effects sind nicht wirklich überzeugend und wirken manchmal geradezu lächerlich. Das zerstört den Gesamteindruck des teils sehr harten und brutalen Thrillers und lässt eine große Lücke zwischen Ernsthaftigkeit und Lächerlichkeit entstehen, in die „Pro-Life“ unweigerlich am Ende hineinfällt und im Nirwana jener Filme verschwindet, an die man sich nach ein paar Jahren nur mehr schwerlich erinnern kann. Auch wenn die Ganzkörpermaske des Teufels eventuell Absicht sein sollte, um einen (wie oben bereits erwähnt) Hauch Lovecraft’scher Visionen vorzugaukeln, hätte wahrscheinlich ein nicht zu sehender Teufel mehr Wirkung gezeigt. Carpenter hätte vielleicht auch den religiösen Wahn seines Hauptdarstellers etwas abschwächen sollen.

Alles in allem aber ein sehenswerter Thriller, der aber wenn dann nur in der Uncut-Version funktioniert.

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Fazit: In der Uncut-Version durchaus sehenswert. „Pro-Life“ trägt sichtbare Züge von John Carpenter, gerät allerdings am Ende in einen Strudel aus ungewollten Lächerlichkeiten, die das Gesamtbild leider kaputt machen. Sonst wäre der 50-Minuten-Trip aus meiner Sicht gar nicht mal so schlecht geworden, wie viele meinen.

© 2015 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Pro-Life (2009)

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