Poltergeist (1982)

Poltergeist

Originaltitel: Poltergeist
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch:  Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor
Kamera: Matthew F. Leonetti
Musik: Jerry Goldsmith
Laufzeit: 110 Minuten
Darsteller: Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Beatrice Straight, Dominique Dunne, Oliver Robins, Heather O’Rourke, Michael McManus, Virginia Kiser, Zelda Rubinstein
Genre: Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahren

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Eines Nachts taucht er auf: Ein Poltergeist, der die Familie Freeling heimsucht und Besitz von ihrer fünfjährigen Tochter Carol Anne nimmt. Ein unheimlicher Kampf gegen die böse Macht beginnt, der die Familie an den Rand der Verzweiflung treibt. Schließlich suchen sie Hilfe bei einem Medium, das ihnen zur Seite stehen soll, um dem Spuk ein Ende zu bereiten.

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Mittlerweile ein Klassiker unter den Horrorfilmen und Wegbereiter unzähliger Filme über paranormale Phänomen. „Poltergeist“ ist fast schon Kult und hat in seiner Wirkung nichts eingebüßt, wenn man einmal von ein paar Spezialeffekten absieht, die heutzutage nicht mehr ganz rund wirken. Der Großteil der Tricks ist aber immer noch grandios und perfekt.

Wer die Filme von Tobe Hooper kennt, kann sich denken, dass ein Großteil von „Poltergeist“ nicht von ihm, sondern von Steven Spielberg stammt, der Hooper nicht in die Nachproduktion und Bearbeitung des Films involvierte und dadurch dem Streifen seine Handschrift aufdrückte. Der größte Teil wirkt, als habe ihn Spielberg sogar selbst inszeniert. Nur die Szenen mit den (aus meiner Sicht extrem störenden) Geisterbahneffekten (aufklappende Särge und endlos aus dem Wasser auftauchende Skelette) könnte von Hooper stammen. Die ruhigen und manchmal sogar mystischen Szenen tragen eindeutig Spielbergs Handschrift.

Die eher untypische Handlung für Horrorfilme jener Zeit („Freitag, der 13 – Teil 2“, „Halloween 2“, „Der New York Ripper“ oder „Tenebrae“) und die nur dezent eingesetzte“Brutalität“, auf die bei den obengenannten Filmen eindeutig mehr Augenmerk gerichtet wurde, heben „Poltergeist“ von der Masse ab. Spielberg ging einen neuen Weg, der den Horrorfilm in ruhigere Gewässer führte und mehr auf Mystery Wert legte. Das Ergebnis ist ein stimmiger und faszinierender Film, der, hätte man auf die Schockmomente verzichtet, ein bahnbrechender, richtungsweisender Teil der Filmgeschichte werden können. So aber wird die unheimliche, ruhige Inszenierung von effekthascherischen Gruselmomenten leider zerstört.

Dennoch ist „Poltergeist“ einer jener Filme, bei denen ich mich wohl fühle und die ich einfach gern ansehe.
Craig T. Nelson als Geschäftsmann und Vater hat mich in dieser Rolle vollends überzeugt und spielte aus meiner Sicht besser als JoBeth Williams und die kleine Heather O’Rourke, die in den beiden Nachfolgeteilen ebenfalls die Rolle der Carol Anne übernahm. Sie verstarb nach Ende der Dreharbeiten zum dritten Poltergeist-Film im Alter von 12 Jahren an den Folgen einer Notoperation infolge eines Darmverschlusses.

Jerry Goldsmiths Score ist fantastisch und geradezu genial. Seine Klänge kann man ohne weiteres auch als eigenständiges Werk hören, wie alle seine Filmmusiken. Von den oben erwähnten „Patzern“ einmal abgesehen, ist „Poltergeist“ ein Genre-Meilenstein, der die Entwicklung des Horrorfilms meiner Meinung nach maßgeblich verändert hat.

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Fazit: Kultiger und wegweisender Horrorfilm, der leider durch den Regisseur Tobe Hooper am Ende hin zu einer leicht verunglückten Geisterbahnfahrt mit effekthascherischen Einlagen wird. Dennoch ein absolutes Muss!

© 2015 Wolfgang Brunner

3 Gedanken zu “Poltergeist (1982)

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