Castaway – Die Insel (1987)

castaway

Originaltitel: Castaway
Regie: Nicholas Roeg
Drehbuch:  Allan Scott
Kamera: Harvey Harrison
Musik: Stanley Myers
Laufzeit: 117 Minuten
Darsteller: Oliver Reed, Amanda Donohoe, Georgina Hale, Frances Barber, Tony Richards, Todd Rippon,
Virginia Hey
Genre: Drama
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 12 Jahren

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Der Schriftsteller Gerald will seinen Alltag eine Weile hinter sich lassen und beschließt, ein Jahr lang auf einer einsamen Insel zu leben. Dafür sucht er eine geeignete Partnerin, die er mithilfe einer Zeitungsannonce zu finden hofft. Seine Wahl fällt auf die attraktive und junge Lucy. Die Bestimmungen des Landes (Australien) dulden aber keine „wilden Ehen“ und so müssen sich Gerald und Lucy kurzerhand vermählen, um das Abenteuer antreten zu können. Was anfangs mit einer wunderschönen Zeit beginnt, entwickelt sich zusehends zu einer harten Probe für beide, denn das einsame Zusammenleben ist nicht so, wie sich die beiden das vorgestellt haben.

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Ich liebe diesen Film! Ich mag Nicholas Roeg und Oliver Reed. Die beiden alleine sind schon zwei gute Gründe, um sich dieses grandiose Beziehungsdrama anzusehen. Dann kommt aber noch Amanda Donohoe dazu, die in „Castaway“ ihr Debüt gibt und bereits ein Jahr später in Ken Russells „Der Biss der Schlangenfrau“ genauso überzeugen konnte, wie hier.

Die Stimmung, die Roeg hier mit seinen typischen Kameraeinstellungen durch Kameramann Harvey Harrison schafft, ist einfach einzigartig. Die Probleme, die zwischen Mann und Frau entstehen, sind sehr realistisch und vor allem glaubhaft dargestellt, dass es eine wahre Freude ist, den beiden bei ihrer Insel-Odyssee zuzusehen. Oliver Reeds Spiel ist spitzenmäßig, genauso aber Amanda Donohoes Agieren, das zudem auch noch jede Menge Mut erfordert, weil sie den Großteil des Films „oben ohne“ schauspielert. Das ganze Szenario wirkt so stimmig und irgendwie auch „heimelig“, dass man meint, man wäre mit dabei.

Die wunderschönen Naturaufnahmen und der unverkennbare Inszenierungsstil Nicholas Roegs tun das ihrige dazu, um „Castaway“ für mich zu einem echten Klassiker zu machen. Das Beziehungsdrama hat von seiner Wirkung auch nach fast dreißig Jahren nichts eingebüßt. Ich hätte dem Zusammenspiel von Reed und Donohoe noch weitere zwei Stunden zusehen können, so hat es mich in den Bann gezogen.
Auch wenn Roeg hier einen massentauglicheren Stoff ausgewählt hat, bleibt dennoch sein einzigartiger Inszenierungsstil nicht auf der Strecke.

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Fazit: Faszinierend in Szene gesetztes Beziehungsdrama, das von den beiden grandiosen Darstellern, einer hervorragenden Kameraführung und der unverkennbaren Handschrift Nicholas Roegs lebt.

© 2015 Wolfgang Brunner

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