Der Weltmeister (1927)

weltmeister

Originaltitel: The Ring
Deutscher Alternativtitel: Eines starken Mannes Liebe
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch:  Alfred Hitchcock (unter Mitarbeit von Alma Reville)
Kamera: John J. Cox
Musik: –
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Carl Brisson, Lilian Hall-Davis, Ian Hunter, Forrester Harvey, Harry Terry, Gordon Harker
Genre: Drama
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 12 Jahren

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Eines Tages trifft der Jahrmarkts-Boxer Jack auf den australischen Meister im Schwergewicht Bob. Die beiden Männern freunden sich an und werden Sparringspartner. Jack heiratet seine Verlobte Nellie, muss aber eines Tages feststellen, dass sich Bob an sie heranmacht. Und so entbrennt nicht nur um Ring ein erbitterter Kampf zwischen den beiden Männern.

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„Der Weltmeister“ ist der sechste Stummfilm von Alfred Hitchock, wenn man die drei verschollenen Filme „Nummer 12“, „Sags immer deiner Frau“ und „Der Bergadler“ mitrechnet. Hier zeigt Hitchock wieder einmal, dass er so ziemlich alle Genre beherrscht und auch gerne dreht. „Der Weltmeister“ ist Sportfilm und Drama in einem ( könnte durchaus sein, dass Stallone hier seine Idee zu „Rocky“ fand 😉 ) und kann überzeugen.
Hier wird vor allem in, wenngleich nur wenigen, Szenen deutlich, wie experimentierfreudig Hitchcock in seiner Anfangszeit war. In diesem Film versucht er, Musik mit Bildern sichtbar zu machen. Was dabei herauskam, ist derart visionär, dass man es gar nicht glauben mag. Da verwischen die Tasten eines Klaviers zu in die Länge gezogenen Streifen und werden von anderen Bildern überblendet, dass man meint, man wäre in einem Film von Ken Russell gelandet. Das ist schon grandios und war für die damalige Zeit einfach Wahnsinn.

Die Story ist, wie schon bei „Irrgarten der Leidenschaft“, sehr emotional und aufwühlend. Das kommt trotz fehlender Worte sehr gut rüber und nimmt den Zuschauer mit. „Der Weltmeister“ ist aus meiner Sicht zwar ein klein wenig schlechter als „Der Mieter“, zeigt aber unübersehbar die Entwicklung des Regisseurs.
Die vielen Schnitte und verschiedenen Kamerablickwinkel zeigen bereits hier, was knapp zehn Jahre später die „wahren“ Hitchcock-Filme ausmacht. Für Fans ist „Der Weltmeister“ Pflichtprogramm.

Ursprünglich als Stummfilm gedreht, exisitiert in Deutschland eine stümperhaft synchronisierte Fassung, die zwar für den ein oder anderen den Film attraktiver macht, aber ehrlich gesagt schauderhaft ist. Die Betonung der Synchronsprecher ist gruseliger als „Psycho“ und macht die Stimmung eher zunichte, als dass sie hilfreich wäre. Ich habe beide Fassungen gesehen und kann nur zur reinen Stummfilmfassung mit „Sprechschildern“ raten.

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Fazit: Für die damalige Zeit stellenweise innovativ und voller guter inszenatorischer Ideen. „Der Weltmeister“ könnte ohne weiteres Vorreiter von Sportfilmen a lá „Rocky“ sein.

© 2015 Wolfgang Brunner

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