72 Stunden (2008)

72 stunden

Originaltitel: Tres Dias
Alternativtitel: Before The Fall
Regie: F. Javier Gutiérrez
Drehbuch:  F. Javier Gutiérrez, Juan Velarde (Original Story)
Kamera: Miguel Ángel Mora
Musik:Antonio Meliveo
Laufzeit: 97 Minuten
Darsteller: Víctor Clavijo , Eduard Fernández, Juan Galván, Mariana Cordero , Daniel Casadella, Elvira DeArmiñán
Genre: Thriller
Produktionsland: Spanien
FSK: ab 18 Jahren

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Ein Meteorit rast auf die Erde zu und droht, die gesamte Menschheit auszulöschen. Ale und seine Mutter beschützen die Kinder seines Bruders. Und während für die Menschheit die letzten drei Tage anbrechen, droht Ale und seiner Familie eine andere Gefahr, die aus seiner Vergangenheit kommt und nicht nur sein eigenes Leben bedroht.

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„72 Stunden“ ist ein recht ansehnlicher Endzeit-Thriller, der die Genre Katastrophenfilm und Psychothriller geschickt miteinander vermischt. Die Geschichte beginnt wie ein typischer Weltuntergangsfilm und zeigt bereits hier beachtliche Stärken des Regisseurs. Im Verlauf des Films wird aber immer mehr eine Grenze überschritten, die vom Katastrophenszenario in eine nicht uninteressante Mischung aus dramatischem Familiendrama und perfidem Psychothriller führt.

Der von Antonio Banderas produzierte Film sondert sich schon in den ersten Minuten von typischen Mainstream-Produktionen ab und macht neugierig. Oft wird eine härtere Gangart eingelegt, was der Dramatik des Thrillers enorm zu gute kommt. Und die Geschichte um das Familiengeheimnis ist sehr geschickt in Szene gesetzt, da gibt es nichts zu meckern. Genausowenig wie in Sachen Schauspielerei. Die Akteure machen ihre Sache gut und vermögen zu überzeugen.

Das Hauptproblem des Films ist allerdings, dass er zwei Genres bedient und sich nicht so recht entscheiden kann, welches nun das Hauptgenre sein soll. Obwohl gerade dieser Richtungsmix im ersten Moment unglaublich interessant wirkt, verliert sich der Katastrophenanteil plötzlich komplett in einem psychologischen Überlebenskampf, der plötzlich vollkommen unlogisch wirkt, da die Welt ja in 72 Stunden sowieso untergehen wird. Das stört an manchen Stellen, wirkt sich aber auf die Spannung überraschender- und erfreulicherweise nicht aus.

Kurz vor dem Ende schwenkt Gutiérrez dann aber doch noch einmal auf das Weltuntergangs-Szenario und rundet zumindest am Schluss das Ganze damit ein wenig ab.  Mich hat das Ende des Films dann doch wieder einigermaßen zufriedengestellt. 😉
Ein bisschen mehr Katastrophe und etwas weniger Psychothriller wären aus meiner Sicht besser gewesen.

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Fazit: Raffinierter Genremix aus Katastrophen-Weltuntergangs-Film und spannendem Psychothriller, der hervorragend unterhält, aber letztendlich an der unausgewogenen Mischung ein klein wenig scheitert. Sehenswert ist der außergewöhnliche Thriller aber auf jeden Fall.

© 2015  Wolfgang Brunner

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