Vidocq (2001)

Vidocq

Originaltitel: Vidocq
Regie: Pitof
Drehbuch: Pitof, Jean-Christophe Grangé
Kamera: Jean-Pierre Sauvaire, Jean-Claude Thibaut
Musik: Bruno Coulais
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Gerard Depardieu, Guillaume Canet, Inés Sastre, André Dussollier, Édith Scob, Moussa Maaskri
Genre: Mystery, Thriller
Produktionsland: Frankreich
FSK: ab 16 Jahren

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Im Paris des Jahres 1830 treibt ein Phantom mit einer mysteriösen Maske aus Glas sein Unwesen. „Der Alchemist“, wie der Geheimnisvolle genannt wird, entführt junge Mädchen, die nie wieder gesehen werden. Vidocq, einer der größten Detektive seiner Zeit, beginnt zu ermitteln und das Phantom mit der gläsernen Maske zu jagen.

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Die visuelle Handschrift Pitofs ist bei „Vidocq“ unübersehbar. Die Bilder erinnern sehr oft an Filme wie „Die Stadt der verlorenen Kinder“ oder „Delicatessen“ bei denen Pitof seinerzeit für die visuellen Effekte verantwortlich war.  Bei seinem Regiedebüt konnte er dann noch zusätzlich die Leitung übernehmen. Herausgekommen ist tatsächlich ein visuell beeindruckender Film, der bei seinem Erscheinen  bahnbrechend wirkte.
Pitofs Inszenierungsstil ist für den ein oder anderen Zuschauer mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig, denn die hektischen Kamerafahrten sind nicht unbedingt jedermanns Sache.

Handlungstechnisch wird eine verschachtelte, nicht immer einfache, Mystery-Geschichte mit einigen unabsehbaren Wendungen erzählt, die Spaß macht. Und hat man sich erst einmal an den Regiestil gewöhnt, findet man durchaus an vielen Einstellungen seinen Gefallen. Die Story ist nicht immer hundertprozentig logisch, was ich vom Mitdrehbuchautor und Schriftsteller Jean-Christophe Grangé („Die purpurnen Flüsse“, „Das Imperium der Wölfe“) eigentlich erwartet hätte. Aber, nun gut … es ist schließlich eine pseudo-historische Handlung, die eher in den Fantasy-Bereich rutscht. Und da gibt es nunmal mysteriöse Dinge, die sich nicht unbedingt immer erklären lassen müssen (und vielleicht auch nicht wollen/sollen).

Insgesamt ist „Vidocq“ auf jeden Fall ein sehenswertes Stück französicher Filmgeschichte mit einem gutgelaunten Depardieu. Die Mischung aus Horror, Action, Fantasy, Mystery und Thriller hat gewiss seine Reize, wirkt auf mich aber aufgrund des eigenwilligen Inszenierungsstils letztendlich doch irgendwie „unfertig“ und „unrund“.

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Fazit: Visuell beeindruckend, aber in sehr eigenwilligem Stil inszeniert, bietet „Vidocq“ spannende Unterhaltung mit einem gewohnt guten Gerard Depardieu.

© 2014 Wolfgang Brunner

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