…und Gerechtigkeit für alle (1979)

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Originaltitel: … And Justice for All
Regie: Norman Jewison
Drehbuch: Valerie Curtin, Barry Levinson
Kamera: Victor J. Kemper
Musik: Dave Grusin
Laufzeit: 115 Minuten
Darsteller: Al Pacino, Alan North, Craig T. Nelson, Lee Strasberg, Jack Warden u.v.m
Genre: Drama
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahren

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Der Anwalt Arthur Kirkland hat ein idealistisches Verständnis von Recht und Justiz. Seiner Meinung nach soll die Justiz dafür sorgen, dass die Gerechtigkeit siegt. Im Laufe seiner Tätigkeit muss er aber feststellen, dass die Realität anders aussieht. Bürokratische Pedanten wie der Richter Henry T. Fleming sorgen dafür, dass Kirklands Vertrauen in das Rechtssystem ziemlich erschüttert wird. Als er gebeten wird, ausgerechnet Fleming in einer Vergewaltigungsklage zu verteidigen, ahnt er nichts Gutes. Kirkland geht davon aus, dass Fleming seinen Ruf als glühender Verfechter für die Gerechtigkeit nutzen will, um als Unschuldiger dazustehen. Widerwillig nimmt er das Mandat an und gerät immer mehr in einen Konflikt zwischen seiner Karriere und seinem Selbstwertgefühl …

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Die Phrase „…und Gerechtigkeit für alle“ stammt aus dem üblichen Treueschwur der USA und ist am Anfang des Filmes zu hören. Aktuelle Ereignisse sprechen diesem Gelöbnis allerdings mehr als Hohn. Gerechtigkeit ist leider extrem subjektiv. Doch ich bin nicht hier um meine Meinung über Gerechtigkeit zu verbreiten sondern um über einen Film zu rezensieren.
Der Regisseur Norman Jewison ist in Hollywood keineswegs ein unbeschriebenes Blatt. Er ist für seinen sozialkritischen Blick auf Amerika bekannt. Ob Krimi- , Polit- oder Pokerfilme als auch Science-Fiction-Dystopien – er hat sich bisher an fast allem versucht und wurde dafür fünfmal für einen Oscar nominiert. Leider hat er bisher noch keinen gewonnen. Auf diesen Film bin ich durch ein Lied meiner Lieblingsband gekommen. Als ich dann noch feststellte das (der damals noch junge) Al Pacino (bekannt unter anderem aus Der Pate) mitspielt (wofür er übrigens auch für einen Oscar nominiert wurde), war klar dass ich mir den Film ansehen muss. Das Thema ist bekannt. Ein Justizwesen, das nach eigenen Regeln und fernab der hohen Ideale agiert. In dem Film sieht es allerdings eher wie eine Irrenanstalt aus, oder, um es anschaulicher zu formulieren wie das Haus, das Verrückte macht.

Jewison konnte Al Pacino für die Hauptrolle gewinnen und sich damit schon einen halben Erfolg sichern. Dieser spielt hier einen desillusionierten Staranwalt. Und das mit Bravour! Natürlich spielen neben Pacino auch noch andere bekannte Größen der damaligen Zeit wie Alan North und Craig T. Nelson mit. Insgesamt fand ich die Besetzung sehr gelungen. Der Regisseur schafft das Kunststück trotz aller Kritik, nicht lediglich ein zorniges, pessimistisches Drama daraus zu machen, sondern sogar so etwas wie Humor (wie etwa über schrullige Richter) einzubringen, und das an einer Stelle, wo man es am wenigsten erwartet. Nur bei der Filmmusik hat sich Jewison etwas vergriffen. Diese Art Pop mag zwar in den 70er-Jahren populär gewesen sein, passt jedoch hier überhaupt nicht dazu. Man merkt es dem Film eben an, das er vor 35 Jahren gedreht wurde. Nichtsdestotrotz halte ich ihn für eine gelungene Anprangerung des Justizsystems. Er hat zwar nicht viel geändert, doch vielleicht einigen Menschen zum Nachdenken gebracht.

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Fazit: Ein recht bissiger Film der die Utopie von Ethik und hoher Moral der Wirklichkeit gegenüber stellt. Nicht schlecht, doch durch Pacino mindestens Mittelmaß.

Metallica – …And Justice For All

© 2014 Lucas Dämmig

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