Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)

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Originaltitel: The Fault in Our Stars
Regie: Josh Boone
Drehbuch: Scott Neustadter, Michael H. Weber
nach dem Roman von John Green
Kamera: Ben Richardson
Musik: Mike Mogis & Nathaniel Walcott
Laufzeit: 126 Minuten (Extended Version 133 Minuten)
Darsteller: Shailene Woodley, Ansel Elgort, Nat Wolff, Laura Dern, Sam Trammell, Willem Dafoe, Lotte Verbeek
Genre: Drama, Literatur, Liebe
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 6 Jahren

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Hazel und Gus, zwei krebskranke Teenager, verlieben sich ineinander. Durch die ständige Angst, den Tod im Nacken zu haben, versuchen sie mit Humor ihr Leben zu meistern. Und sie machen sich auf den Weg nach Amsterdam, um Hazels Lieblingsschriftsteller zu treffen. Für kurze Zeit erleben beide eine kleine Ewigkeit miteinander …

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Kitsch hin oder her, bei mir hat die Verfilmung von John Greens Bestseller funktioniert. Und zwar um einiges besser als das Buch. In der Regel haben es Verfilmungen schwer, ihre literarischen Originale gerecht umzusetzen. Bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ wurde ich definitiv eines Besseren belehrt. Während das Buch viel zu oft sarkastisch und übertrieben humorvoll war, schlug Regisseur John Boone den tränenreicheren, und für mich auch glaubwürdigeren, Weg mit seiner Filmumsetzung ein, denn, wer krebskrank ist, mag hin und wieder der schrecklichen Wahrheit mit gekünsteltem Humor und Sarkasmus begegnen – aber doch nicht immer! Da finde ich es schon viel realistischer, wenn bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor Herzschmerz geweint wird. Und das wird in Boones Film in der Tat ziemlich oft.

Aber, wie gesagt, guter Kitsch kann auch so richtig schön sein und zum Mitweinen, Mitfiebern und Mitleiden verführen, wie es im hier besprochenen Film eindeutig passiert. Shailene Woodley spielt die Rolle der Hazel absolut gut und glaubwürdig. Ihre Rehaugen treffen einen mitten ins Herz, wenn sie verzweifelt, aber nicht resigniert, ihren Liebsten ansieht.
An Ansel Elgort („Carrie“) musste ich mich allerdings erst einmal gewöhnen. Mit seiner Darstellung des Gus wurde ich anfangs nicht so recht warm, was sich aber im Laufe des Films änderte. Laura Derns Rolle als besorgte und übertrieben emotionale Mutter war gut besetzt, auch wenn ihr an manchen Stellen die Gesichtszüge vor lauter Gefühl fast entglitten. Aber genau das macht Laura Dern ja auch irgendwie aus (und sympathisch). 😉

Was mich im Buch „kalt“ gelassen hat, berührte mich im Film um ein Vielfaches. Visuell zu erleben, wie zwei Jugendliche gegen ihre tödliche Krankheit kämpfen und sich mit ihrer Liebe zueinander „über Wasser“ halten, wirkte auf mich sehr tragisch und gefühlvoll (und natürlich auch kitschig – aber wie oben bereits erwähnt: Guter Kitsch kann durchaus Spaß machen und unterhalten bzw. in diesem Falle bewegen/berühren).

Das Buch werde ich wohl nicht mehr lesen, den Film dafür mit Sicherheit nochmals ansehen, auch wenn er mich dann bestimmt wieder packen und traurig machen wird.

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Fazit: Um Längen besser als das Buch! Anrührend, lustig, tragikomisch und vor allem traurig. Darstellerisch liegt Shailene Woodley eindeutig vor Ansel Elgort, aber die beiden geben in meinen Augen ein fast schon kultverdächtiges Liebespaar ab.

© 2014 Wolfgang Brunner

2 Gedanken zu “Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)

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