Edge Of Tomorrow (2014)

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Originaltitel: Edge Of Tomorrow
Regie: Doug Liman
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
Kamera: Dion Beebe
Musik: Christophe Beck
Laufzeit: 113 Minuten
Darsteller: Tom Cruise, Emily Blunt, Brendan Gleeson, Bill Paxton, Jonas Armstrong, Tony Way
Genre: Action, Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Südkorea
FSK: ab 12 Jahren

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Die Mimics, eine Alienrasse, bedroht die Erde. Bill Cage gerät durch die schlechte Laune seines Vorgesetzten an die Front, wo er in speziellen Kampfanzügen gegen die Aliens kämpfen soll. Bereits bei seinem ersten Einsatz verliert er schon nach kurzer Zeit sein Leben.
Doch Cage steckt in einer Zeitschleife fest und muss diesen speziellen Tag immer wieder durchleben. Dabei lernt er die Kämpferin Rita Vrataski kennen, die anscheinend sein Schicksal teilt. Zusammen schmieden sie einen Plan, wie sie die Zeitschleife dazu nutzen könnten, die Alien-Invasion zu besiegen.

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Ich war ziemlich sicher, dass mir „Edge Of Tomorrow“ gefallen würde. Das er mir aber so gut gefällt, hätte ich dann nun doch nicht erwartet.
Aber der Reihe nach …

In den ersten Minuten wird man, ähnlich wie in George A. Romeros „Zombie“, ohne Umschweife in eine apokalyptische Welt geworfen, in der Nachrichtensendungen über eine weltweite Alien-Invasion berichten.
Wenig später fühlt man sich unweigerlich an Steven Spielbergs Kriegsdrama „Der Soldat James Ryan“ erinnert, wenn Bill Cage das erste Mal das Schlachtfeld am Strand vor der französischen Grenze betritt. Dazwischen kommen noch Szenen, die ich mit „Full Metal Jacket“ und, bei diesem Thema logischerweise, mit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ asoziierte.

Aber – „Edge Of Tomorrow“ hat diese Ideen nicht geklaut oder nachgemacht, sondern geht einen eigenen Weg, der sowohl durch die Schauspieler und die Spezialeffekte,  aber auch durch einen sympathischen, hintergründigen Humor absoluten Spaß macht. Tom Cruise und Emily Blunt agieren hervorragend miteinander.

Die Schlachtszenen könnten ohne weiteres auch aus Paul Verhoevens „Starship Troopers“ stammen, vermitteln aber auf jeden Fall mehr Authenzität. Wie Spieler eines Computerspiels suchen  die beiden Hauptfiguren ihren Weg zum Ziel durch „Learning by doing“. Jeder Tod bringt sie ein Stück näher ans Ziel, wobei das Ganze durchaus nicht langweilig wirkt, wie man beim Thema „Zeitschleife“ meinen könnte. Hat mich seinerzeit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ eher gelangweilt, wartet „Edge Of Tomorrow“ mit jeder Menge Überraschungen und Wendungen auf, die den Spannungsbogen permanent halten.

Die Entwicklung, die der „Zeitreisende“ Cage mit jedem Neustart durchmacht, ist von Tom Cruise sehr überzeugend dargestellt. Man fiebert mit und kann es kaum erwarten, wie es weitergeht. In der nächsten Sekunde fühlt man sich selbst beim Grinsen ertappt, wenn sich die Hauptfiguren zum wiederholten Male vor immer denselben Problemen gegenüberstehen, um endlich wieder an den Punkt zu gelangen, an dem sie ihr Leben lassen mussten. Wie die beiden mit diesen wiederkehrenden Situationen umgehen, ist so manches Mal sehr amüsant dargestellt und mindert keinesfalls die Dramatik, die hinter den Alienbekämpfungen steht.

Doug Liman, der Blockbuster wie „Die Bourne-Identität“, „Mr. und Mrs. Smith“ und „Jumper“ inszenierte, hat eine Gratwanderung geschafft, die man selten in derartigen Mainstream-Produktionen findet: Bedrohlich wirkende Aliens und intelligenten, auf die jeweilige Situation abgestimmten Humor zu paaren, ist bestimmt nicht einfach. Liman hat es geschafft!

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Fazit: Herrlich erfrischender Science-Fiction.-Kracher, der in einer einzigartigen Mischung sowohl Spannung als auch Humor mit einer intelligenten, wendungsreichen Handlung bietet. Für mich nach „Oblivion“ wieder einmal ein Beweis, dass es Tom Cruise „im Alter“ immer mehr drauf hat. 😉

© 2014 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Edge Of Tomorrow (2014)

  1. Ich kann die Euphorie nicht ganz teilen. Für mich ist EDGE OF TOMORROW wieder einer dieser typischen „Ami-rettet-die-Welt“-Plots, die man schon tausend mal gesehen hat und in denen die amerikanische Waffenindustrie mal wieder filmgewordene Werkschau betreibt. Passend dazu werden alte Klischees wieder aufgegriffen, so startet die Alieninvasion natürlich auf deutschem Gebiet, nicht in Afrika, nicht in Lateinamerika, nein, mitten in Deutschland. Hier hat man ganz offensichtlich wieder die Nazi-Kiste rausgeholt.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2014/06/15/edge-of-tomorrow-3d-2014/

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