Der Menschen Hörigkeit (1964)

Der_Menschen_H_rigkeit

Originaltitel: Of Human Bondage
Regie: Ken Hughes, Henry Hathaway, Bryan Forbes
Drehbuch: Bryan Forbes
Kamera: Oswald Morris
Musik: Ron Goodwin
Laufzeit: 99 Minuten
Darsteller: Kim Novak , Laurence Harvey , Robert Morley, Nanette Newman, Siobhan McKenna
Genre: Literaturverfilmung, Melodram
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 16 Jahren

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 Philip Carey ist voller Neugier auf die Liebe, das Leben und die Abenteuer, die es bereithält. In London, Heidelberg und Paris, über Umwege und Sackgassen, zwischen Liebesqual und Abneigung entdeckt der junge Mann, wer er ist und wer er sein will.

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Der Film „Der Menschen Hörigkeit“ basiert auf dem gleichnamigen Entwicklungsroman von William Somerset Maugham. Dieser trägt autobiographische Züge und der Titel basiert auf dem 4. Buch der Ethik des niederländischen Philosophen Baruch de Spinoza. Darin beschreibt er unter anderem die innere und äußere Natur des Menschen. Unter der „Knechtschaft des Menschen“ versteht Spinoza menschliche Ohnmacht gegenüber leidenschaftlichen Gemütsverfassungen, die äußere Ursachen haben. Leidenschaften werde es für den Menschen solange geben, wie er Teil der Natur sei. Der Mensch könne aber lernen diese Leidenschaften zu überwinden und seiner inneren Natur nach zu handeln. Das klingt zugegebener Weise ein wenig kompliziert, seine Theorien sind aber ganz interessant, wenn man sich näher damit beschäftigt.

Doch nun zurück zum Film. Er ist in der Tat schon ein wenig alt. Das mag daran liegen, dass das Buch hochkomplex und so ein Stoff sicher nicht leicht zu verfilmen ist. Ich würde mir wünschen, dass ein fähiger Regisseur mit guten Schauspielern sich dieser Aufgabe zuwendet. Weil, das Buch ist wirklich gut. Es hat mich ziemlich beeindruckt, da ich teilweise meine eigenen Gedanken dort wiederfinden konnte. Im wesentlichen geht es dort um Selbstfindung und den Kampf mit sich selbst.
Da der Film leider nur den zweiten Teil des Romans behandelt, wird die unerwiderte Liebesbeziehung zu der jungen Kellnerin Mildred Rogers  (worin auch der Titelgedanke zum Vorschein kommt) und die umfangreiche Vorgeschichte nur kurz angerissen. Daher fand ich den Film jetzt nicht sonderlich berauschend. Da es sich um einen älteren Film handelt wurde dieser noch in schwarz-weiß gedreht. Die damals noch junge und hübsche Kim Novak macht sich hier gut als Verkörperung der Romanfigur Mildred Rogers. Doch auch Laurence Harvey als Philip Carey kann durchaus überzeugen. Hätte man die Geschichte noch weiter verfolgt, hätte womöglich ein richtig guter Film mit den beiden entstehen können.
Da der Film, wie schon mehrmals erwähnt, vor 50 Jahren gedreht wurde, ist er auch dementsprechend altmodisch. Der auf dem oben abgebildeten, damaligen Filmplakat zitierte Werbespruch „Einige Frauen können nichts dafür, dass sie so sind“ ist heute nicht mehr wirklich zeitgemäß. Ich muss bemerken, dass es auch genügend Männer gibt die „so“ sind – und sowohl Männer als auch Frauen wohl etwas „dafür“ können. So bleibt am Ende nur ein scheinrealistisches, aus dem Zusammenhang gerissenes Drama und rührseliger Kitsch.

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Fazit: Trotz meiner negativen Kritik ist der Film doch ein gutes Beispiel dafür, wie sehr wir durch unsere Gefühle und unser Unterbewußtsein gesteuert werden und unser Verstand dabei oft hilflos den Kopf schüttelt.

© 2014 Lucas Dämmig

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