Die fabelhafte Welt der Amélie (2001)

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Originaltitel: Le fabuleux destin d’Amélie Poulain
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Drehbuch: Guillaume Laurant, Jean-Pierre Jeunet
Kamera: Bruno Delbonnel
Musik: Yann Tiersen
Laufzeit: 122 Minuten
Darsteller: Dominique Pinon, Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Maurice Bênichou u.v.m
Genre: Komödie
Produktionsland: Frankreich
FSK: ab 6 Jahren

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Amélie ist eine Träumerin und lebt in ihrer eigenen Welt. Sie arbeitet als Kellnerin in einem Café in Montmartre. Eines schönen Tages findet sie zufällig ein Schatzkästchen mit Spielsachen und Fotos in ihrem Badezimmer. Sie beschließt den ehemaligen Besitzer ausfindig zu machen und es ihm zu überbringen. Sollte er sich darüber freuen, will Amélie in Zukunft andere Menschen glücklich machen. Dabei vergisst sie jedoch, sich um ihr eigenes Glück zu kümmern…

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Die fabelhafte Welt der Amêlie“ ist der erste Spielfilm, den Jeunet ohne die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Freund und Kollegen Marc Caro realisiert hat. Der Film trägt das bezeichnende Attribut schon im Titel – ich finde ihn fabelhaft! In meinen Augen eines der besten Werke des Regisseurs, wenn nicht sogar das beste. Warum? Es gibt so Filme, in die  man sich vom ersten Augenblick verlieben kann. „Die fabelhafte Welt der Amelie“ ist einer davon. Unter dem selbstgewählten Motto „Lassen sie sich verzaubern…“ entführt der Regisseur einen in eine Welt voll schräger Figuren, traumhafter Bildern und schöner Musik. Nicht zu vergessen ist die bezaubernde Hauptdarstellerin Amêlie, mit Bravour gespielt von Audrey Tautou. Sie schwebt wie eine Elfe durch den Film und verleiht ihm Charakter. Die Story selbst ist einfallsreich und oft urkomisch. Jeunet hat hier eine blühende Fantasie bewiesen. Oft sind es wieder die kleinen Detailaufnahmen, die mich beeindruckt haben.

Die Stimme aus dem Off kommentiert dazu und weiß allerhand Phantastisches oder Kurioses zu berichten. Schon bald wird klar, was die Botschaft des Filmes ist. Als beispielsweise der kauzige Nachbar Amêlies mit den Glasknochen, der seit 20 Jahren immer wieder das gleiche Bild von Renoir kopiert, zu ihr sagt, man solle die Chancen ergreife,n bevor es zu spät is,t kann man das als Aufforderung verstehen, sich auch an den „kleinen Dingen des Lebens“ zu freuen und sich nicht durch die Angst vom Scheitern davon abhalten zu lassen, das Leben zu genießen. Im Film wird ein Vergleich zu Don Quijote gezogen. Oftmals kann man den Kampf um ein bisschen Glück mit dem Kampf gegen Windmühlen vergleichen. Amêlie ist glücklich darin, sowohl für Fremde als auch für Freunde durch zahlreiche Zu- und Einfälle das Glück für andere zu finden. Doch irgendwie fehlt da noch etwas. Sie, die Zauberin des Alltages, träumt davon, zu erfahren was Liebe ist. Das gibt Jeunet dann natürlich allerlei Möglichkeit zur phantastischen Romantisierung. Mit wunderschöner Begleitung durch den französischen Komponisten Yann Tiersen kann sich Amêlie dann am Ende natürlich auch noch ihren Traum erfüllen.

Leider muss ich den Film auch etwas kritisieren. Wieso der Film FSK 6 ist kann ich nicht verstehen. Außerdem zeigt er eine idealisierte Version der französischen Gesellschaft und malt das Bild eines gekünstelten und kitschigen Paris. So bunt, hell und aalglatt, wie hier dargestellt, ist das Leben leider nicht. Deshalb ist der Film nicht besonders realistisch. Es sind eben keine leichten Zeiten für Träumer. Aber deshalb sollte man das Träumen noch lange nicht abgeben.

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Fazit: „Das Leben ist nichts anderes, als die endlose Probe einer Vorstellung, die niemals stattfindet“. Darum soll man wohl auch das beste daraus machen. Das zeigt und beschreibt der Film wie in einem Glücksmärchen. Und Märchen, die so eine visuelle Kraft wie die von Jeunet besitzen, können einen nur fröhlich stimmen.

© 2014 Lucas Dämmig

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