Biutiful (2010)

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Originaltitel: Biutiful
Regie: Alejandro González Iñárritu
Drehbuch: Alejandro González Iñárritu, Armando Bo, Nicolás Giacobone
Kamera: Rodrigo Prieto
Musik: Gustavo Santaolalla
Laufzeit: 148 Minuten
Darsteller: Javier Bardem, Maricel Âlvarez, Hanaa Bouchaib, Guillermo Estrello
Genre: Drama
Produktionsland: Mexiko, Spanien
FSK: ab 16 Jahren

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Marambra ist die große Liebe seines Lebens. Aber ihre Drogen- und Prostitutionsexzesse hält Uxbal nicht aus. Deshalb verlässt er sie und nimmt die gemeinsamen Kinder Mateo und Ana zu sich. Nun muss er selbst auf kriminelle Methoden zurückgreifen, um seine Kinder ernähren und zur Schule schicken zu können. Zum Glück hat er gute Kontakte zur Polizei und kann so einem afrikanischen Hehlerring und illegalen Bauarbeiter aus China zu Arbeit verhelfen Außerdem versucht er sich als Medium zwischen Toten und Lebenden. Er selbst muss sich auch persönlich mit dem Tod auseinandersetzen. Nachdem bei ihm Prostata-Krebs diagnostiziert wurde bleiben Uxbal nur noch wenige Wochen, um sein chaotisches Leben zu sortieren und seinen Frieden mit der grausamen Welt zu schließen …

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Also, Geschichten erzählen kann er ja, der Herr Iñárritu. Bevorzugt erzählt er gern über die Wechselfälle und Schicksalsschläge des Lebens. Nachdem ich schon die Todes-Triologie von Iñárritu hier rezensiert habe will ich hier nun über „Biutiful“ schreiben. Abgesehen von dem orthografisch falschen Titel, der aus einer Szene des Filmes herrührt, halte ich diesen Film für Iñárritus bisher schwächstes Werk. Klar, die Bildkompositionen im Zusammenspiel mit der Filmmusik sind wieder, wie gewohnt, erste Sahne, doch irgendwie schafft es dieser Film zumindest bei mir nicht eine emotionale Verbundenheit mit dem Zuschauer einzugehen. Ich habe zwar die Story verfolgt, die Bilder gesehen und die Musik gehört, doch irgendwie hat mich das Ganze mehr oder weniger kalt gelassen.

Der Regisseur hat hier mit seinem prägenden Stil der vorangegangenen Filme gebrochen und einen Film präsentiert, der nur einen Hauptcharakter hat, in nur einer Stadt spielt und eine lineare Erzählstruktur hat. Trotz dieser Einfachheit habe ich mich jetzt nicht unbedingt gelangweilt. Das liegt zum großen Teil an dem Oscarpreisträger Javier Bardem, der hier die Hauptrolle des Uxbal verkörpert. Dieser Mann spielt meiner Meinung nach allererste Klasse und wie er es schafft, als krebskranker Mann, der im Grunde kein schlechter Mensch ist, aber vom Leben immer wieder dazu gezwungen wird, seine Prinzipien zu brechen und der trotzdem nie seinen Mut verliert – wie er es schafft, diese Gedanken und Gefühle Bild werden zu lassen, ist schon beeindruckend. Dramaturgisch kann „Biutiful“ keine großen Überraschungen bieten, dazu ist die Story zu vorhersehbar. Aber ich denke, es ging dem Regisseur hier nicht darum, durch ständige aufregende Wendungen für Spannung zu sorgen. Er schlägt eher einen nachdenklichen Ton an. Wie schaffst du es, deine Kinder zu erziehen, wenn du weißt, dass du nur noch ein paar Wochen zu leben hast? Und was soll einmal von dir in Erinnerungen bleiben?

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Fazit: „You can give up, let yourself go… or grit your teeth and hang on like stupid people do.” Dieses Filmzitat beschreibt den Film ziemlich gut. Wenn man sich auf diese 145-minütige Ballade einlassen kann, bekommt man ein audiovisuelles Kunstwerk über Grausamkeit, Schmerz, Liebe und Hoffnung. Auch wenn es für meinen Geschmack zu seicht war, vielleicht gefällt es ja dem einen oder anderen. Mein Tipp: Nach dem Film den Abspann laufen lassen und die Augen schließen. Erst so wird der Film abgerundet.

© 2014 Lucas Dämmig

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