Blood Simple – Eine mörderische Nacht (1984)

bloodsimple

Originaltitel: Blood Simple
Deutscher Alternativtitel: Blood Simple – Blut für Blut
Regie: Joel Coen, Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen
Kamera: Barry Sonnenfeld
Musik: Carter Burwell, Jim Roberge
Laufzeit: 95 Minuten (Director’s Cut)
Darsteller: John Getz, Frances MrDormand, Dan Heydaya, Samm-Art Williams, M. Emmet Walsh
Genre: Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahren

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Der Barbesitzer Julian Marty findet heraus, dass seine Frau Abby ihn mit einem gewissen Ray betrügt. Doch nicht nur das, Ray ist auch noch sein Angestellter. Dies teilt ihm der Privatdetektiv Loren Visser mit. Für Julian gibt es jetzt nur noch ein Ziel: Die beiden müssen sterben! Er erteilt dem Detektiv den Auftrag, das Ganze zu Ende zu bringen. Hört sich eigentlich alles recht einfach an. Doch Visser hat eigene Pläne und auch das Schicksal macht allen Beteiligten einen gehörigen Strich durch die Rechnung …

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„Blood Simple“ ist das Filmdebüt der Coen-Brüder. Mit diesem Film gelang ihnen gleich auf Anhieb der ganz große Wurf und er wurde zur Grundlage ihres bis heute andauerndes Erfolges. Gleich zu Anfang entpuppen sich die Beiden auch als Liebhaber des Film noir, weshalb fast alle ihre Filme sich mehr oder weniger dieses Genre zum Vorbild nehmen.

„Blood Simple – Eine mörderische Nacht“ – der reißerische deutsche Titel des Filmes klingt fast wie ein guter Horrorfilm. Auch die Atmosphäre, die der Film aufbaut – untermalt durch das geniale Piano Theme von Carter Burwell – ist eines Horrorfilms würdig. Wir haben es jedoch hier mit einem richtig guten Thriller zu tun. Was macht den Film so besonders? Es ist die ungewöhliche Perspektive. Während der Zuschauer normalerweise die Geschichte zugleich mit den Protagonisten im Film erlebt, ist er hier immer einen Schritt voraus. Manchmal ist er der einzige, der weiß, warum etwas passiert. Zudem findet sich auch hier wieder – wie es typisch für Coen-Filme ist –  ein Haufen schräger Gestalten. Etwa ein Ehemann, der für einen Doppelmord 10.000 Dollar bezahlten will. Ein Detektiv, der am Ende mehr Spuren hinterlässt, als er beseitigt. Und Ray dem kein besseres Versteck für eine Leiche einfällt, als etwa unter einem Acker, der sowieso irgendwann umgegraben wird. Zudem hinterlässt er noch ziemlich deutliche Reifenspuren.

Doch der Film schafft es, das Ganze nicht lächerlich wirken zu lassen. Dazu trägt meiner Meinung nach die anfangs angesprochene besondere Atmosphäre im Film bei. Die Schauspieler sind wirklich gut und spielen ihre Rollen überzeugend. Man fiebert teilweise richtig mit. Ich finde der Film hätte mindestens einen Oscar bekommen müssen. Eine Portion Sinn für lakonischen Sarkasmus, Ironie und Zynismus sollte man allerdings mitbringen denn dann wird der Film erst so richtig sehenswert. Man merkt es den Filmemachern richtig an wieviel Spaß sie dabei hatten die Geschichte zu erzählen.

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Fazit: Ein richtig gelungener Krimi in meinen Augen. Dazu als Erstlingswerk wirklich überraschend. Immer wieder gern!

© 2014 Lucas Dämmig

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