Bunraku (2010)

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Originaltitel: Bunraku
Regie: Guy Moshe
Drehbuch: Guy Moshe
Kamera: Juan Ruiz Anchía
Musik: Terence Blanchard
Laufzeit: 118 Minuten
Darsteller: Josh Hartnett, Woody Harrelson, Gackt, Kevin McKidd, Ron Perlman, Demi Moore
Genre: Martial Arts, Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahren

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Der Gangster Nikola regiert ein Land, in dem es keine Schusswaffen gibt. Mit Hilfe seiner sogenannten „Roten“, abgebrühten und gefühllosen Killern, hält er die Bevölkerung in Schach. Der Samuraikämpfer Yoshi ist auf der Suche nach einem Amulett, das seinem Vater gehörte, und das sich anscheinend in Nikolas Besitz befindet. Gleichzeitig begibt sich ein geheimnisvoller Fremder auf die Suche nach Nikola, um den mächtigen Tyrannen zu bezwingen. Yoshi und der mysteriöse Fremde schließen sich zusammen.

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„Bunraku“ nennt man ein 400 Jahre altes japanisches Fígurentheater. In einem derartigen theaterhaften Stil, der oft an ein Pop-Up-Buch erinnert, präsentiert Regisseur Moshe einen außergewöhnlichen Film. Ein wenig fühlt man sich zwar an Sin City erinnert, wobei Bunraku letzendlich doch sehr eigenstöndig wirkt.
Es dauert eine Weile, bis man sich an den coolen Josh Hartnett gewöhnt, der keine Miene verzieht. Zumindest am Anfang habe ich ihm die Rolle nicht abgenommen. Aber irgendwann „funzt“ es dann doch und man hat sogar richtigen Spaß an Hartnetts Gesichtsausdruck.
Japans Superstar Gackt wirkt sehr androgyn, hat aber eine faszinierende, sympathische Ausstrahlung, die sich durch den gesamten Film zieht.

Bunraku ist Actionthriller, Martial Arts-Film und Komödie in einem. Eine Mischung, die Spaß macht und überzeugt. Das Set, in dem der Film spielt, ist sehr außergewöhnlich und innovativ. Ähnlich wie in Sin City oder 300 (beide Filme werden zu recht auf der Hülle als Vergleich herangezogen) sind oft wirklich atemberaubend und visionär. In einem comichaften, oft auch übertrieben schrägen Set agieren die Schauspieler, als wären sie Teil einer Comicwelt, wie einst Bob Hoskins in Falsches Spiel mit Roger Rabbit. Nur ist Bunraku um einiges perfekter, weil verspielter.

Woody Harrelson als Barkeeper überzeugt, ebenso wie Ron Pearlman als Gangsterboss Nikola.
Die Kampfszenen sind sehr gut choreographiert, aber ein wenig unspektakulär. Dafür überzeugen die unbesiegbaren „Roten“  mit ihrer Unsympathie auf ganzer Linie. Die Stimme aus dem Off (im Original übrigens von Faith No More – Frontmann Mike Patton gesprochen – im Deutschen von Engelbert von Nordhausen, der deutschen Synchronstimme von Samuel L. Jackson) erinnert allerdings wirklich sehr stark an Sin City.

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Fazit: Herrlich schräg und visuell comichaft überzogen, kann Bunraku mit gut aufgelegten Schauspielern und einem coolen Soundtrack aufwarten. Die Martial Arts-Kämpfe sind zwar unspektakulär, aber dennoch sehenswert. Insgesamt klare Empfehlung für Fans von außergewöhnlichen Filmsets.

© 2014 Wolfgang Brunner

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