School’s Out – Schrei-denn ich werde dich töten! (1999)

schools out

Originaltitel: Schrei – denn ich werde dich töten!
Regie: Robert Sigl
Drehbuch: Kai Meyer
Kamera: Sven Kirsten
Musik: Ludwig Eckmann
Laufzeit: 93 Minuten
Darsteller: Katharina Wackernagel, Niels-Bruno Schmidt, Marlene Meyer-Dunker, Nils Nelleßen, Michael Habeck
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 16 Jahren

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Abi Party!
Nina und ihre Freunde bereiten einen Abi-Streich vor und dringen nachts in das Schulgebäude ein. Doch es dauert nicht lange, bis ihnen der Spaß vergeht, denn ein Mörder, der sogenannte Scherenmörder, ist auf freiem Fuß und geistert durch die Schule, um sich neue Opfer zu suchen.

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School’s Out bringt nichts Neues im Bereich des Teenie-Slasher-Films. Aber genau das ist es irgendwie, was bei Sigls Film so erfrischend wirkt, denn „sämtliche Ähnlichkeiten mit existierenden Filmen sind beabsichtigt“. 🙂
Kai Meyer hat ein Drehbuch für Filmfreaks abgeliefert. Mutig  vermischt er Klassiker wie  Halloween, Scream, Psycho, Freitag, der 13.  und Nightmare On Elm Street mit einer eigenen (deutschen) Story, die überzeugt. Klar gibt es Logikfehlerchen, aber gibt es die nicht bei fast allen Slasher-Filmen? 😉

Robert Sigl vermengt geschickt einen eigenen (modernen) Regiestil mit „alt wirkenden“ Hitchcock-Einstellungen. Dies wirkt aber keineswegs vermodert, sondern erstaunlich erfrischend. Wer sich für Filme interessiert, wird Sigls Hommage an eines seiner Vorbilder Alfred Hitchcock bemerken. Mit sicherem Gespür für Spannung dirigiert Sigl seine Schauspieler, allen voran Katharina Wackernagel, die sehr überzeugend und sympathisch spielt.
Den relativ kurzen Auftritt von Michael Habeck, der den Müller in der Fernsehserie Silas spielte und den Mönch Berengar in Der Name der Rose verkörperte,  möchte ich auch noch erwähnen.

Die Meinungen zu School’s Out gehen auseinander.  Aber das ist klar, denn wir sprechen hier nicht über eine Hollywood-Produktion, sondern über einen von RTL in Auftrag gegebenen Fernsehfilm. Und wenn man das Budget von etwa 1,3 Millionen bedenkt, dann ist da ein handwerklich wirklich ordentlicher Film dabei herausgekommen, der viele kleine Anspielungen auf neuere und ältere Genrebeiträge enthält.

Einziger Wermutstropfen ist der etwas konstruiert wirkende Schluss. School’s Out hebt sich aber meiner Meinung nach auf jeden Fall von anderen deutschen Fernsehproduktionen (ein paar andere Ausnahmen wie z. Bsp. Rammbock gibt es noch) auf jeden Fall ab, dennoch denke ich, dass Sigl, hätte er mehr freie Hand gehabt, einen bedeutend besseren (und blutigeren) Slasherfilm abgeliefert hätte. Aber dem deutschen Fernsehpublikum kann so etwas ja nicht zugemutet werden. 😦

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Fazit: Handwerklich guter Fernsehfilm, der Slasherfilme solide und und bewusst kopiert. Horror-Freaks werden definitiv ihren Spaß dran haben und wer auf die in der obigen Besprechungen angeführten Anspielungen achtet, fühlt sich an viele alte und neue Filme erinnert. Für deutsche Verhältnisse ein sehr guter Horror-Film, aber hätte Sigl internationale Produzenten gehabt, wäre mit Sicherheit ein beeindruckenderes Werk herausgekommen.

© 2014 Wolfgang Brunner

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