Die Horde (2009)

horde

Originaltitel: La Horde
Regie: Yannick Dahan, Benjamin Rocher
Drehbuch: Arnaud Bordas, Yannick Dahan, Stéphane Moïssakis, Benjamin Rocher
Kamera: Julien Meurice
Musik: Christopher Lennertz
Laufzeit: ca. 102 Minuten (ncut)
Darsteller: Claude Perron, Jean-Pierre Martins, Eriq Ebouaney, Aurélien Recoing
Genre: Horror, Action
Produktionsland: Frankreich
FSK: Ungeprüft (Indiziert)

*

Eine Gruppe von Polizisten will sich an Gangstern rächen, die einen ihrer Kollegen umgebracht haben. Sie finden die Verbrecher in einem Hochhaus und beginnen mit ihrem Racheakt, als sie jäh unterbrochen werden. Horden wilder Zombies stürmen das Gebäude und die beiden verfeindeten Gruppen sehen sich gezwungen, sich miteinander zu verbünden, um am Leben zu bleiben.

*

Der französische Zombie-Thriller war für mich eine Art Mischung aus The Raid und Rec. Was am Anfang wie ein Cop-Thriller beginnt, endet in einem Splatter-Feuerwerk, das manches Mal an die alten Filme von Peter Jackson erinnerte.
Die Horde ist spannend und unterhaltsam, kann aber nicht immer überzeugen. Die Darsteller sind nicht schlecht, aber ihre Charakterzeichnung ist nur in den ersten Sequenzen des Films glaubhaft und wird während des weiteren Handlungsverlaufs leider nicht konsequent verfolgt beziehungsweise ausgearbeitet.

René, der von Yves Pignot verkörpert wurde, nervte mich desöfteren. Pignot spielt den alten Draufgänger zwar wirklich gut und überzeugend, aber die John-Wayne-Sprüche, die cool und lustig gemeint waren, haben mich eher gestört und mir die Spannung genommen.

Insgesamt funktioniert Die Horde aber als Splatter-Zombie-Film weitgehend gut. Die Endszene, in der sich Aurélien Recoing in der Rolle des Jimenez gegen unzählige Untote verteidigen muss, hat für mich schon Kultcharakter und hat in seinen Einstellungen fast schon etwas von George A. Romero-Filmen. Aber genau jene Szene wurde in der deutschen FSK 18-Fassung ziemlich gekürzt und verliert daher jede Dramatik.
In der ungekürzten Fassung funktioniert diese Szene allerdings wirklich hervorragend, auch wenn so einige CGI-Effekte eingesetzt werden, die aber definitiv ihre Wirkung tun.
Handlungstechnisch hat Die Horde nicht wirklich viel zu bieten, aber die Drehbuchautoren haben sich zumindest Mühe gegeben, eine etwas außergewöhnliche Idee zu konstruieren. Dennoch wirkt der Film oft ideenlos, was aber nicht weiter stört, weil die Gangart, die eingeschlagen wird, sehr rasant  und daher weitgehend frei von langweiligen Szenen ist.

*

Fazit: Die Horde ist ein Horrorfilm, der auf der Schiene der harten Frankreich-Filme schwimmt und der auch akzeptabel in Szene gesetzt wurde. Insgesamt schwankt der Film bei mir zwischen „enttäuschend“ und „ganz gut, weil unterhaltsam und die Zombies sehr unheimlich und gefährlich wirken.“ Ansehen würde ich mir den Film nur in der ungeschnittenen Fassung, weil in der deutschen FSK 18-Version sechs Minuten fehlen, die den Großteil des Gewaltanteils einnehmen und dem Film daher defintiv die beabsichtigte Wirkung nehmen.

© 2014 Wolfgang Brunner

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s