Für den unbekannten Hund (2007)

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Originaltitel: Für den unbekannten Hund
Regie: Benjamin Reding, Dominik Reding
Drehbuch: Benjamin Reding, Dominik Reding
Kamera: Axel Henschel
Musik: Tom Ammermann
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Sascha Reimann, Josef Heynert, Katharina Lorenz, Klaus Schreiber, Peter Rührig
Genre: Drama
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 12 Jahren

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Fast beiläufig begeht der zwanzigjährige Betonbauer-Geselle Bastian einen Mord an einem Stadtstreicher. Das Verbrechen bleibt zunächst unentdeckt – die Polizei vermutet einen Unfall. Erst der Erpressungsversuch eines Freundes, der einzige Zeuge des Verbrechens, zwingt Bastian zu hastiger Flucht. Beinah zufällig schließt er sich einer Gruppe junger, reisender Handwerks-Gesellen an. Doch mit jedem Kilometer seiner Wanderschaft bewegt er sich innerlich auf den Ausgangspunkt seiner Reise zu, dem längst verdrängten Mord…

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„Für den unbekannten Hund“ ist schon ein ziemlich ungewöhnlicher Filmtitel. Auch wenn ich letztendlich leider nicht ganz verstanden habe, wer oder was den unbekannte Hund darstellen soll. Doch dies war der Grund, mir den Film anzusehen. In diesem geht es um reisende Handwerks-Burschen und Handwerkszünfte. Damit das Ganze nicht so langweilig erscheint, wie es klingt (obwohl ich die Vorstellung mit seinem Handwerk Geld zu verdienen, auf Reisen zu gehen und einfach frei zu sein in unserer Welt wo jeder seinen festen Platz sucht, ziemlich aufregend finde), wird noch ein halber Roadmovie mit Motorradclub und ein unsinniger Mord dazugemischt. Was dabei herauskommt ist ein Ergebnis, das verwirrt.

Die Gebrüder Reding wollten ein Werk schaffen, das sich mit Schuld, Verdrängung und Sühne auseinandersetzt. Der Hauptprotagonist Bastian begeht einen sinnlosen Mord und reißt aus und geht auf Wanderschaft, doch er wird damit nicht fertig. Gut für den Film ist, das er hier nicht den drohenden Zeigefinger hebt und vorgefertigte, moralisierende Antworten herausposaunt, sondern einfach nur eine Geschichte erzählt. Die durchgängige Besetzung mit Laiendarstellern, die ihre Sache jedoch ziemlich gut machen, ist ein weiterer Pluspunkt. Sie sprechen  in ihren eigenen Dialekten und in ihrer Sprache, dem sogenannten Rotwelsch. Das Ganze erinnerte mich etwas an diese 20.15-Uhr-Fernsehfilme, die immer wieder gewisse Rundfunkanstalten produzieren lassen. Lobend zu erwähnen ist noch der visuelle Aspekt des Filmes. Da werden verschiedenen Lichteffekte eingesetzt, mit Kamerafahrten und Special Effects gespielt, mit abrupten Flashbacks in Schwarz-Weiß-Szenen und gleich darauf wieder Szenen in satten Farben. Das ist meiner Meinung nach im deutschen Kino ziemlich selten zu finden.

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Fazit: Den Reding-Brüdern war es wichtig, zu zeigen, wie junge Gewalttäter mit ihren Taten umgehen und wie sie nach einiger Zeit zu ihnen stehen. Sie versuchen zu zeigen, dass es neben den üblichen, staatlichen Instrumenten wie Jugendgefängnis oder Erziehungsheim, auch möglich ist, die Täter eines Besseren zu belehren. Insbesondere dieser Aspekt wird sicher für viele Diskussionen sorgen, denn nicht jeden Straftäter kann man auf Wanderschaft schicken, damit er seine Tat bereut. Aber es regt dazu an nachzudenken, welche weiteren Möglichkeiten es gibt, um Jugendliche wieder in die Gesellschaft einzuführen. Auf jeden Fall ein eigenwilliger, bildstarker und alles andere als alltäglicher Film.

© 2014 Lucas Dämmig

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