Brick (2005)

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Originaltitel: Brick
Regie: Rian Johnson
Drehbuch: Rian Johnson
Kamera: Steve Yedlin
Musik: Nathan Johnson
Laufzeit: 110 Minuten
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Nora Zehetner, Lukas Haas, Matt O‘ Leary
Genre: Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahren

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Einzelgänger Brendan Frye hat mit „The Brain“ nur einen Freund an seiner High School. Und den braucht er jetzt auch, denn mysteriöse Dinge nehmen ihren Lauf. Brendans Ex-Freundin Emily, die ihn gerade noch unbedingt sehen wollte, verschwindet kurz darauf ohne jede Spur. Mit Hilfe seines Kumpels macht sich Brendan auf die Suche und gleitet alsbald in eine fremde Welt ab. Emily ist in den Untergrund der High-School-Szene abgerutscht und dort tragisch gescheitert. Brendan findet ihre Leiche und will nun an die Hintermänner der örtlichen Drogenszene herankommen, weil er dort die Täter vermutet. Nach einigen Prügeleien hat er ein Treffen mit dem Unterweltboss „The Pin“ sicher, doch das ist lebensgefährlich…

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„Brick“ ist das Regiedebüt von Rian Johnson und gleichzeitig ein klassischer amerikanischer Detektivfilm im Stil der Schwarzen Serie der 40er Jahre, auch Film noir genannt. Der Regisseur verlegt seine Handlung an eine südkalifornische Highschool, doch die Figuren sprechen so wie es die Helden in der Vergangenheit taten. Da gibt es eine ermordete Blondine, eine Femme fatale, einen hirnlosen, brutalen Gewalttäter, einen perfiden Gangsterboss und vor allem einen „hard boiled“ Einzelgänger der einen Mord ohne Mithilfe der Polizei aufklären will, wenig redet und ziemlich viel einstecken kann. Dadurch, dass der Film in der Neuzeit spielt, bedient der Regisseur ein Subgenre des Film noir, nämlich den Neo-Noir.

Mir hat dieser Film sehr gut gefallen. Vor allem seine atmosphärisch dichte Erzählweise und die gewaltigen Szenenbilder haben mich beeindruckt. Die damals noch relativ unbekannten Schauspieler waren ein echter Glücksgriff und spielen ihre Rollen sehr überzeugend. Neben den Dialogen und der 40er-Jahre-Filmmusik glänzt der Film durch nostalgische Coolness. Dabei muss man jedoch genau aufpassen und mitdenken, sonst verliert man schnell den Faden. Die Thematik, die düstere Grundstimmung, die pessimistische Weltsicht, der staubtrockene, wortkarge Hauptprotagonist und Ermittler – all das wurde vom Regisseur geschickt in die heutige Zeit übertragen und neu interpretiert. Der Zuschauer bleibt, was die Figuren angeht, weitestgehend unentschlossen, da er bis zum Ende nicht genau weiß, wem er trauen darf und wem nicht. Doch ich finde, genau das macht den Reiz dieses Filmes aus.

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Fazit: „Brick“ ist der Beweis dafür, wie gut es tut, wenn ein Regisseur ohne ein ängstliches, profitgeiles Studio im Nacken zu haben, seiner Fantasie freien Lauf lassen und in seinem Film etwas vermitteln kann, was heutzutage ziemlich selten geworden ist – Originalität.

© 2014 Lucas Dämmig

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