Haunter – Jenseits des Todes (2013)

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Originaltitel: Haunter
Regie: Vincenzo Natali
Drehbuch: Matthew Brian King
Kamera: Jon Joffin
Musik: Alex Khaskin
Laufzeit: 93 Minuten
Darsteller: Abigail Breslin, Peter Outerbridge, Michelle Nolden
Genre: Horror, Mystery
Produktionsland: Kanada, Frankreich
FSK: ab 16 Jahren

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Die junge Lisa erlebt jeden Tag aufs Neue das Gleiche. Die gleichen Gespräche, die gleichen Begebenheiten, das gleiche Wetter …
Eines Tages beginnen sich Kleinigkeiten zu ändern und Lisa sieht sich zudem auch noch mit geisterhaften Erscheinungen konfrontiert. Als sie versucht, mit dem Fahrrad durch den Nebel zu verschwinden, landet sie immer wieder beim Haus und wird von ihrem Vater erwartet. Und irgendwann bekommt Lisa heraus, dass sich in diesem Haus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mischen. Und auch das Diesseits und Jenseits scheint sich auf mysteriöse Weise in dem Haus miteinander zu verbinden.

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„Haunter“ ist der neue Film von Vincenzo Natali, dem Regisseur der beiden genialen Filme „Cube“ und „Splice – Das Genexperiment“. Mit „Haunter“ hat er sich in das Genre des paranormalen Thrillers begeben und auch hier gezeigt, das er sein Handwerk beherrscht. Allerdings fehlt es dem Film, anders als in den beiden obengenannten, irgendwie in letzter Konsequenz an einem befriedigenden Endergebnis. Ähnlich wie in seiner Fantasy-Komödie „Nothing“, die thematisch ebenso wie „Haunter“ eine durchaus innovative und visionäre Ausgangssituation hat, gelingt Natali der krönende Abschluss irgendwie nicht. Wie „Nothing“ entlässt „Haunter“ den Zuseher mit einem unbefriedigenden Gefühl, obwohl er sich durchaus bewusst ist, gerade Zeuge eines genialen Streifens gewesen zu sein.

„Haunter“ wird als Mischung aus „The Sixth Sense“ und „Paranormal Activity“ angepriesen.  Mich hat der Film eher an einen Mix aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und „In meinem Himmel“ erinnert. Natali hat einen wirklich außergewöhnlichen Thriller geschaffen, der zum Nachdenken anregt und definitiv keine Mainstream-Kost ist.
Seine Aufnahmen wirken teilweise „lynchesk“ (darf ich dieses von mir erfundene Wort im Sinne kafkaesk dazu benutzen, um auf David Lynchs Filme hinzuweisen? 😉 ). Als Lisa in eine ihrer Vergangenheiten zurückgeht, sieht das aus, als sähe man einen alten Sepia-Film mit Bild- und Tonaussetzern. Diese Szenen waren schon genial und beeindruckend. Auch Stephen McHattie zeigt manchmal eine Mimik, die mich an die unheimlichen Bösewichter aus David Lynch-Filmen erinnerte.

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Fazit: Ungewöhnlicher Horror-Thriller, der mit einer intelligenten Ausnahme-Handlung aufwartet, die aber wohl so manchen Mainstream-Kinogänger überfordern könnte. Visionär und inszenatorisch überzeugend, hinterlässt „The Haunter“ aber leider letzendlich doch irgendwie einen unbefriedigenden Eindruck, warum auch immer. Trotzdem empfehlenswerter Suspense-Mystery-Horror, weil er einfach aus dem Rahmen fällt.

© 2014 Wolfgang Brunner

2 Gedanken zu “Haunter – Jenseits des Todes (2013)

  1. Lieber Wolfgang, so leid es mir tut, leider hat schon thisisjanewayne im Januar 2011 festgestellt: “ In Ermangelung einer geeigneten oder treffsicheren Beschreibung des Werkes von David Lynch, der am vergangenen Donnerstag 65 Jahre alt geworden ist, hat sich in letzter Zeit auch bei uns das Wort “lynchesk” – in Amerika ist es tatsächlich schon seit längerem in Gebrauch – eingeschlichen.“ Von daher hast du’s nur ge- und nicht erfunden 😉 Und Filme mit Abigail Breslin sind eigentlich per se sehenswert.

    • Ups,
      danke für den Hinweis. Das hatte ich nicht gewusst. Aber ist ja egal, wer’s erfunden hat, das Wort „lnchesk“ ist ziemlich cool, finde ich. 😉

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