Tears Of Kali (2004)

Tears20of20Kali

Originaltitel: Tears Of Kali
Regie: Andreas Marschall
Drehbuch: Andreas Marschall
Kamera: Heiko Merten
Musik: Jophn Panama
Laufzeit: 106 Minuten
Darsteller: Peter Martell, Adrian Topol, Mathieu Carriére
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: keine Jugendfreigabe

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Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger Jahre experimentiert die „Taylor-Eriksson-Gruppe“ als in Indien gegründete Selbsterfahrungsgruppe mit gefährlichen Praktiken, um die dunkle Seite der menschlichen Seele aus dem Körper zu verbannen.
„Tears Of Kali“ behandelt in drei unabhängigen und nur durch eine lockere Rahmenhandlung zusammengehaltenen Episoden, wie Menschen von ihren inneren Dämonen befreit werden. Oder auch nicht!

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Andreas Marschalls Debütfilm sieht definitiv nicht aus wie eine Low-Budget-Produktion.  Was Marschall da auf die Beine gestellt hat, zeigt, was ein Filmkenner und -liebhaber zuwege bringt, wenn er mit ganzer Seele bei der Sache ist. Die Geschichten sind in sich abgeschlossen und nehmen nur geringfügig auf die Rahmenhandlung Bezug, was aber nicht weiter stört. Die Rahmenhandlung allerdings hätte zu einem eigenständigen Film gereicht und wäre mit Sicherheit sehr, sehr intensiv und atmosphärisch geworden.

Die erste Folge trägt den Titel SHAKTI und erzählt von einer jungen Frau, die angeblich in die Ermordung ihres Sektenführers verwickelt ist und in der Psychatrie untergebracht wurde. Eine Journalisitin befasst sich mit der Story.
„Shakti“ ist eine intensive, sehr dialoglastige Episode, die sich langsam aufbaut und am Ende schockt. Die beiden Darstellerinnen machen ihre Sache gut und Marschalls Inszenierung fesselt.

Die zweite Story, DEVI, ist aus meiner Sicht die beste und perfekteste des Films. Die Schauspieler und die Regie ist perfekt. Wenn sich Dr. Steiner dem jungen Robin widmet, um ihn von seinen Gewalteskapaden zu therapieren, dann nimmt man den beiden jedes Wort ab.  Und was diese Episode am Ende zu bieten hat, könnte ohne weiteres aus der Feder des Horror-Visionärs Clive Barker stammen. DEVI ist Horror, wie ihn David Cronenberg, Clive Barker, Dario Argento oder Lucio Fulci gedreht hätten. Von allen drei Stories ist DEVI eindeutig mein Favorit.

Die letzte Folge trägt den Titel KALI und versucht, die Rahmenhandlung wieder mit einzubeziehen, was allerdings nur teilweise gelingt (macht aber, wie gesagt, nichts!). KALI ist inszenatorisch wohl die beste, spannungstechnisch aber irgendwie die aus meiner Sicht unüberzeugendste Episode. Dennoch macht sie ungemein Spaß und weiß zu unterhalten. Insgesamt rundet KALI die drei Episoden mit der Rahmenhandlung auf jeden Fall gelungen ab.

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Fazit: Absolut überzeugender und routiniert in Szene gesetzter Horrorfilm aus Deutschland. Die drei Episoden sind locker durch eine Rahmenhandlung verbunden, die eigentlich einen eigenen Film verdient hätte. Andreas Marschall hat einen nachhaltig wirkenden, atmosphärisch gelungenen Debütfilm abgeliefert.

© 2014 Wolfgang Brunner

2 Gedanken zu “Tears Of Kali (2004)

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