Goal of the Dead – 11 Zombies müsst ihr sein! (2014)

GoalOfTheDeadPoster

Originaltitel: Goal of the Dead
Regie: Thierry Poiraud, Benjamin Rocher
Drehbuch: Nicolas Peufaillit
Kamera: Mathias Boucard
Musik: Thomas Couzinier, Fréderic Kooshmanian
Laufzeit: ca. 120 Minuten
Darsteller: Alban Lenoir, Tiphaine Daviot, Ahmed Sylla,
Patrick Ligardes, Bruno Salomone
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Frankreich
FSK: ab 16 Jahren

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Der junge Fußballer Sam Lorit hat vor 17 Jahren seine Heimatstadt Caplongue verlassen, um zum Star des Vereins Olympique Paris zu avancieren. Nun kehrt er für ein Freundschaftsspiel zum ersten Mal in sein Provinzstädtchen zurück, aber willkommen ist er dort natürlich nicht. Fans, Ultras und die gegnerische Mannschaft machen im das Leben schwer. Doch die Lage ändert sich, als das Stadion von Zombies überrannt wird. Plötzlich geht es nicht mehr um die Ehre, sondern ums nackte Überleben.

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Ich bin leidenschaftlicher Fußballhasser, liebe aber Zombies über alles. Als ich diesen Film entdeckte, stand ich vor einem scheinbar unüberwindbaren Interessenkonflikt. Sollte ich weiterhin konsequent alles ignorieren, was auch nur im Entferntesten mit Fußball zu tun hat, oder lieber über den eigenen Schatten springen und den Zombies eine Chance geben? Ein Vergleich zwischen Fußballfans und hirntoten Zombies auf der DVD-Hülle hat mich schließlich dazu gebracht, doch einfach mal zuzugreifen. Tatsächlich fühlt man sich bei dieser Fußball-Apokalypse an die Bilder von Hooligans erinnert, die nach dem Spiel eine ganze Stadt in Schutt und Asche legen, allerdings ist dieser Vergleich ja auch durchaus naheliehend.

Der Film ist in zwei Halbzeiten unterteilt. Die erste Halbzeit inszenierte Benjamin Rocher, der 2009 zusammen mit Yannick Dahan den Zombiekracher Die Horde drehte (für mich nach wie vor einer der besten Zombiefilme unserer Zeit), die zweite Halbzeit stammt von Thierry Poiraud, Regisseur der Horrorkomödie Atomik Circus.

Die erste Halbzeit konzentriert sich auf die Geschichte des Spielers Lorit. Und tatsächlich wird dem Zuschauer ein doch recht interessantes Fußball-Drama geboten. Nur von Zeit zu Zeit springt der Film kurz zu Belvaux, dem ersten Zombie, der seine Opfer infiziert und sich dabei Stück für Stück an das Stadion heranarbeitet. In der zweiten Halbzeit geht es dann in gewohnter Zombiemanier weiter. Dabei wurde der Mythos für den Film ein bisschen verändert. Die Seuche überträgt sich nicht durch Bisse, sondern durch eine milchige Flüssigkeit, die die Zombies ihren Opfern ins Gesicht erbrechen, außerdem ist diesen Zombies Prügeln und Zerstören wichtiger als Jagen und Fressen. Wenn man aber bedenkt, dass hier kotzende, prügelnde und zerstörungswütige Hooligans parodiert werden, verzeiht man den Machern diese Anpassungen gerne.

Die Kameraarbeit ist beeindruckend, Bilder und Licht sind sehr schön gestaltet. Der Humor dieser Komödie ist allerdings weniger raffiniert, als z.B. bei Shaun of the Dead, sondern eher subtiler und etwas distanzierter. Unheimlichen Spaß macht er aber allemal. Der Gewaltanteil ist nicht so groß wie bei Die Horde, aber immer noch groß genug, um den eingefleischten Zombiefan zufrieden zu stellen.

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Fazit: Aufgrund des Fußballthemas war ich skeptisch, wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Goal of the Dead kann mit einem interessanten Zombiemythos, tollen Bildern, irrwitzigen Momenten und einigen genial gemachten SloMo-Effekten überzeugen. Wären mehr Fußballspiele wie dieses, würde ich sie mir wahrscheinlich viel häufiger ansehen.

 © 2014 Tobias Schumacher

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